Die Völkermarkter Innenstadt gerät weiter ins Abseits
Mit der Genehmigung für die Erweiterung des Einkaufszentrums St. Ruprecht ist erneut die Diskussion über die künftige Entwicklung der Bezirksstadt aufgebrochen.

Foto © BudaiIn Toplage an der Mettinger-Kreuzung in Völkermarkt stehen gleich zwei große Objekte leer: das ehemalige Burgkino (rechts) und die ehemaligen Räumlichkeiten der Feuerwehr im Erdgeschoß der Burg (links)
Drei Jahre lang hat Stadtentwickler Karl Schörghuber an einem Konzept für die Stadt Völkermarkt gearbeitet. Insgesamt 300.000 Euro wurden für Planung und Marketingmaßnahmen investiert, doch zurückgeblieben ist wieder ein Papier, das - mit vielen anderen Projektideen - seit 2007 in den Schubladen der Stadtgemeinde liegt. 2008 wurde ein Antrag auf Beschlussfassung des Masterplans mehrheitlich im Gemeinderat abgeschmettert. Das damalige Argument von Bürgermeister Valentin Blaschitz (SP): Es sei wichtiger, die Fragen der Stadtentwicklung in den Gremien zu diskutieren und "Zukunftsprojekte können nur im Einvernehmen mit der Wirtschaft umgesetzt werden".
Freie Flächen zentrumsnahe
Jetzt, drei Jahre später, ist bei der vergangenen Donnerstag mehrheitlich beschlossenen Umwidmung und Änderung des Bebauungsplanes für die Erweiterung des Einkaufszentrums Völkermarkt St. Ruprecht, gerade dieser Ansatz nicht erkennbar. Trotz massiver Einsprüche aus dem Umfeld der Wirtschaft und einer Stellungnahme des Bundesdenkmalamtes, das nicht der Bauhöhe von zehn Metern zustimmt, wurden weitere 1160 Quadratmeter Verkaufsfläche für EKZ II und 400 für EKZ I beschlossen (die Kleine Zeitung berichtete). In den Einsprüchen wurde unter anderem darauf hingewiesen, dass es im stadtnahen Bereich von Völkermarkt 30.000 Quadratmeter Flächen an verschiedenen Standorten geben und 40 Geschäfte leer stehen würden.
Mit der Entscheidung für die Erweiterung des EKZ St. Ruprecht würden die Ziele des Masterplans "vollkommen ignoriert und negiert", kritisierte Gemeinderat Fritz Zirgoi (Grüne) und stellte die Frage, welche Maßnahmen die Stadt zur Vermarktung ihrer eigenen Liegenschaften, die schon zehn Jahre leer stehen, gesetzt habe. Man würde "jedem Werben eines Investors nachgeben", kritisierte Zirgoi. Bürgermeister Blaschitz entgegnete: "Ich kenne niemanden, der derzeit bereit wäre, im innerstädtischen Bereich zu investieren. Wir reden über Liegenschaften, die nicht verfügbar sind, auch nicht das Gebäude der Telekom. Wir können mit Entscheidungen nicht warten, bis sich etwas ändert."
Wenn auch von allen Fraktionen unterstrichen wird, alles zur Stärkung der innenstädtischen Betriebe zu tun, wurde doch der Erweiterung in St. Ruprecht zugestimmt. Wirtschaftsstadtrat Karl Kräuter (VP): "Sonst würde die Kaufkraft an der Stadt vorbeigehen. Die Erweiterung stärkt insgesamt die Stadt und steht in keiner Konkurrenz zur Innenstadt. In der 10.-Oktober-Straße haben wir keinen Nahversorger."
Verlagerung der Frequenz
Der Stadt- und Verschönerungsverein Völkermarkt sieht das anders: Widmungen für mehr Verkaufsflächen außerhalb der Kernzone würden zugleich weniger Kaufkraft und abnehmende Kundenfrequenz für die Altstadt bedeuten.
Features
Kommentar
Einkausflächen
EKZ I: Einkaufszentren, in denen auch Lebensmittel angeboten werden: 9300 m2 (1400 davon noch nicht verbaut beziehungsweise genutzt), mit Hofer in St. Ruprecht neu 9700 m2
EKZ II: Einkaufszenten, in denen keine Lebensmittel angeboten werden: 14.740 m2, samt neuem Projekt St. Ruprecht 15.900 m2
Hoffnungsgebiete: Bereich zwischen Busbahnhof - alte Feuerwehr und Stadtturm; "Lassnig"- Gründe und ehemaliger Contra im Anschluss an das Fachmarktzentrum; Postplatzl - Lutz; "Marini"-Liegenschaft











