Ja zu Kooperation und Nein zu Großgemeinden
Ein internes Papier der Landesregierung sieht im Bezirk Völkermarkt die Zusammenlegung von 13 auf drei Gemeinden vor. Gemeindebund und Bürgermeister sind dagegen und setzen auf Kooperation.
Der Entwurf aus der Landesregierung, die 132 Kärntner gemeinden zu 38 zusammenzulegen, hat sich diese Woche wie ein Flächenbrand über unser Bundesland ausgebreitet. Die Regierungspolitiker wollen zwar keinesfalls die Auftraggeber dieses Papiers sein, doch dass es sich dabei nur um die Fleißaufgabe eines Beamten handeln könnte, scheint auch nicht wirklich plausibel.
Über 10.000 Einwohner
Folgt man dem Ansinnen des Konzepts, würde der Bezirk Völkermarkt von 13 auf drei Gemeinden konzentriert werden (siehe Grafik). Völkermarkt, Diex, Griffen und Ruden würden als neue Großgemeinde Völkermarkt etwa 17.400 Einwohner zählen, Bleiburg hätte mit Eberndorf, Feistritz, Neuhaus und Globasnitz 14.700 und St. Kanzian, Eisenkappel-Vellach, Gallizien und Sittersdorf als Großkommune "Klopeiner See" 10.700 Einwohner.
Mit den größeren Einheiten würden sich die Ertragsanteile des Bundes pro Kopf erhöhen und durch die größeren Verwaltungseinheiten viele Parallelstrukturen einsparen lassen - man denke nur an Schneeräumung, Bauhöfe, administrative Aufgaben, Verwaltung sowie die politischen Gremien und Funktionäre samt 13 Bürgermeistern.
Auf der anderen Seite würden allerdings die Gemeindezentren vom Bürger noch weiter wegrücken, der dann beispielsweise vom südlichsten Teil des Bezirks, etwa von Ebriach, seine Amtswege in St. Kanzian am Klopeiner See erledigen müsste - und das bei miserablen öffentlichen Verkehrsverbindungen.
Die Einheitsliste - sie hat bereits am Dienstag darauf reagiert - befürchtet "folgenschwere Auswirkungen auf die zweisprachigen Gemeinden", so EL-Chef Vladimir Smrtnik, der aber auch ein "klares Ja" zu mehr Kooperation unter den Gemeinden sagt.
Gemeinden dagegen
Laut Jakob Strauß, Bürgermeister von Sittersdorf, Abgeordneter, SP-Bezirksparteichef und Vorstandsmitglied im Gemeindebund, seien alle politischen Parteien gegen solch gravierende Zusammenlegungen. "Derzeit wird auf Bezirksebene sehr viel über Kooperation zwischen mehreren Gemeinden gesprochen. Das ist der richtige Weg und den wollen wir vertiefen", so Strauß. "Zusammenarbeit ja, Zusammenlegung nein", sagt VP-Bezirksparteichef und Abgeordneter Franz Wieser. Denn im Bezirk gebe es keine ganz kleinen Gemeinden mehr. Und noch etwas gibt Strauß zu bedenken: "Die Menschen werden älter und auch weniger mobil."











