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Zuletzt aktualisiert: 05.02.2011 um 20:16 UhrKommentare

In dieser Küche wird im ganz großen Stil gekocht

Über 600 Essen werden täglich in der neuen Zentralküche in Kühnsdorf zubereitet: Die fünf Millionen Euro teure Küche des Sozialhilfeverbandes hebt Kochen in eine andere technische Dimension.

Ein Schneidbrettel aus Holz oder ein kleines Reindl - das gibt es in der neuen Zentralküche in Kühnsdorf nicht. Seit dort am 10. Jänner der Sozialhilfeverband (SHV) Völkermarkt täglich über 600 Menschen versorgt, hat das Kochen eine andere Dimension. Im großen Kombidämpfer werden Schweinsbratenstücke punktgenau auf 70 Grad Celsius gebraten, in den Suppentopf passen gleich dutzende Liter und es gelten strenge Hygienevorschriften: Zutritt nur in Schutzkleidung! Dennoch: Am Ende des Tages kommt auch aus der Zentralküche ein Essen heraus. Eben nur auf eine etwas andere Art.

Kapazität für 1000 Essen

Fünf Millionen Euro hat die Errichtung der Küche und der dort ebenfalls untergebrachten Wäscherei am Standort Kühnsdorf gekostet. Gekocht wird für 150 Heimbewohner des SHV in Völkermarkt und Neuhaus, für 150 bis 170 Kinder in Volksschulen und Kindergärten und für 270 bis 290 Bezieher von "Essen auf Rädern" im gesamten Bezirk. "Zusätzlich fallen noch täglich 40 bis 50 Essen für den Speisesaal im Seniorenheim Völkermarkt an", sagt Erika Baumann, Wirtschaftsleiterin des SHV. Also über 600 Essen pro Tag. "Kapazität haben wir für 1000 Essen", sagt Baumann. Zehn Mitarbeiter kochen von 8 bis 17.30 in der Küche - unter der Leitung von Thomas Verdianz.

"Kochen und kühlen"

Das Verfahren, das die Zentralküche in Kühnsdorf besonders macht, heißt "Cook & Chill" - zu Deutsch "kochen und kühlen". Das Essen wird nicht nur gekocht, sondern danach wieder gekühlt und zur Auslieferung in die Kühlräume gestellt. Nur Kindergärten und Schulen werden warm beliefert. "Essen auf Rädern" ist eine Kaltbelieferung: Erst in den Haushalten wird auf sogenannten Induktionsplatten die gesamte Essensbox erwärmt.

Durch die neue Küche, so Baumann, haben sich viele Vorteile ergeben: "Jetzt können wir täglich zwei Menüs anbieten, auch an Wochenenden. Sogar geschnittenes Essen können wir liefern." Verdianz sorgt dafür, dass alles klappt: Lagerräume, Kühl- und Tiefkühlzellen, Vorbereitungsplätze, Produktionsstraße und Spülraum sind alle voneinander getrennt. "Außerdem wird die gesamte Kühlkette per EDV überwacht", sagt Verdianz.

In dieser Küche ist alles größer als im normalen Haushalt. Die Kombidämpfer zischen, die Kühlboxen kühlen mit riesigen Ventilatoren und die Suppe wird automatisch gerührt, gekocht und gekühlt. "Den Einkauf erledigen wir zentral", sagt Baumann. Auch regionale Zulieferer bei Milch, Gemüse und Gebäck gibt es.

In einem Punkt unterscheidet sich diese Küche dann doch nicht von der bewussten Heimküche: "Wir verwenden keine Geschmacksverstärker, achten auf eine schonende Zubereitung und erhalten die Nährwerte", sagt Baumann.

ANDREAS KANATSCHNIG

KÜCHE UND WÄSCHEREI

Kosten. 5 Millionen Euro hat die Errichtung der Zentralküche und der Wäscherei in Kühnsdorf gekostet. Noch in Bau ist das Altenheim, dessen Errichtung 11 Millionen Euro kostet. Das Seniorenzentrum ist im Herbst 2011 fertig.

Kapazität. Seit 10. Jänner werden etwas mehr als 600 Essen für die beiden Seniorenheime in Völkermarkt und Neuhaus, für mehrere Kindergärten und Schulen sowie für "Essen auf Rädern" gekocht. Die Kapazität ist auf 1000 Essen pro Tag ausgerichtet. Zehn Mitarbeiter sind in der Küche beschäftigt, acht in der Wäscherei, in der die Kleidung der Heimbewohner der Seniorenzentren des Sozialhilfeverbandes gewaschen wird.

Ablauf. Gekocht wird auf "Cook & Chill": Das Essen wird gekocht, gekühlt und zur Abholung bereitgestellt. Man kocht nach HACCP-Richtlinien (Hazard Analysis and Critical Control Points).

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