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Zuletzt aktualisiert: 04.01.2011 um 18:56 UhrKommentare

Offen für "offene Briefe"

In der neuesten Ausgabe von Galliziens Gemeindezeitung sorgt ein "offener Brief" der Firma Hanko - um Gerüchte aus der Welt zu schaffen - für Aufsehen. Einige Bürger finden das unpassend.

Die Gemeindezeitung als Austragungsort für Streitereien?

Foto © KLZ/PraprotnigDie Gemeindezeitung als Austragungsort für Streitereien?

Zwei Mal im Jahr gibt Gallizien eine Gemeindezeitung heraus. In der neuesten Ausgabe zu Weihnachten fand sich neben einem Jahresrückblick, Weihnachtsgedichten und -glückwünschen ein "offener Brief" der Familie und Firma Hanko an Gemeindebürger und Nachbarn. "Wir mussten die Einschaltung machen, weil es anonyme Beschwerden und Anzeigen gab", so Erwin Hanko von der Firma Hanko.

Angebliche Gerüchte über Anzeigen und Vorwürfe der Ruhestörung wurden darin angesprochen und dementiert. Sie seien ungerechtfertigt und geschäftsschädigend. Abschließend richtet Hanko im Brief die Bitte an Bürger und Nachbarn, "diesen Gerüchten nicht zu glauben und nicht zuzulassen, dass ein Querulant oder eine Querulantin das gute zwischenmenschliche Verhältnis in der Gemeinde belastet".

"Unpassend"

Einige Bürger finden es unpassend, dass die Gemeindezeitung dafür benutzt wird, einen derartigen Brief zu verbreiten. Bürgermeister Rudolf Tomaschitz sieht das gelassen: "Ich sehe darin keinen Fehler. Wenn jemand mit der Bitte an uns herantritt, so einen Brief zu veröffentlichen, und ihn bezahlt, ist das kein Problem." Dass die Lärmbeschwerden gegenüber der Firma gerechtfertigt sind, kann Tomaschitz nicht bestätigen: "Beschwerden gibt es überall, aber ich denke, er hält die vorgeschriebenen Zeiten ein. Das Haus liegt zwar in einer Ortschaft, aber eher am Rande davon. Unmittelbar daneben ist nur ein bewohntes Haus." Die Gemeindezeitung geht jeweils im Sommer und zu Weihnachten an die etwa 600 Haushalte von Gallizien und Tomaschitz hat nichts dagegen "ein Blatt beizulegen", das dann gemeinsam mit der Zeitung per Post zugestellt wird.

Bezahltes Inserat

Auch Hanko stellt klar: "Der offene Brief ist ein Inserat, das wir bezahlt haben." Insgesamt 320 Euro kostete die Firma Hanko das Beiblatt in der Gemeindezeitung.

JULIA SLAMANIG

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