Schnee schmilzt Geld weg
Der frühe Wintereinbruch bringt viele Gemeinden ins Schwitzen. Das Budget für die Winterdienste wird knapp, trotzdem müssen die Bürger nicht selbst zur Schaufel greifen.
Der heftige Wintereinbruch zehrt heuer sehr an den Budget-Kassen der Gemeinden. Über 2000 Kilometer Straßen und Wege müssen bei Schneefall im Bezirk geräumt werden.
Die einen hoffen noch darauf, mit dem verfügbaren Geld über die Runden zu kommen, andere haben das Budget bereits verbraucht und erwarten mit Spannung die Wetterverhältnisse im Dezember. "Welche Kosten noch anfallen werden, hängt vor allem vom weiteren Verlauf des Winters ab", so Johann Ouschan von der Finanzverwaltung der Stadtgemeinde Völkermarkt. Die Bürger müssen aber nicht auf eigene Faust als Schneeräumer agieren. "Ist das Budget aufgebraucht, muss eine Lösung gefunden werden. Die Schneeräumung kann nicht den Bewohnern übertragen werden", so Josef Pasterk, Bauamtsleiter der Gemeinde Eisenkappel/Vellach. Ab Jänner stehen dann neue Gelder aus dem Budget 2011 zur Verfügung.
Verantwortung der Bürger
Trotzdem müssen die Bürger auch selbst Verantwortung übernehmen. "Laut Gesetz zählt Schneeräumung zu den Pflichten der Grundstückseigentümer und Hausbesitzer, wie das Räumen von Gehwegen. Leider werden diese Pflichten nicht immer von allen Betroffenen wahrgenommen", so Michael Newart, Bauamtsleiter von Völkermarkt.
Zu den Aufgaben des Winterdienstes zählen neben Schneeräumung und Streudienst auch Straßen kehren und Schneestangen setzen. "Vor allem der Streudienst kann an Stellen wie Schulen und Kindergärten sehr kostenintensiv sein", weiß Blasius Jager, Amtsleiter von Eberndorf. Auch Pasterk bestätigt: "Die Salzstreuung kommt etwa gleich teuer wie die Schneeräumung." Neben den gemeindeeigenen Unimogs sind Mitarbeiter vom Bauhof, Bauernakkord und Maschinenring und vor allem Landwirte im Einsatz. "Wir arbeiten nach einem Schneeräumplan, der von allen Schneeräumern einzuhalten ist und bis dato gab es aus der Bevölkerung auch kaum Beschwerden", so Jager. Obwohl man knapp bei Kasse ist, wird am Winterdienst nicht gespart - schon der Sicherheit wegen.
"Es wird Wert darauf gelegt, dass nach wie vor auch alle Privatstraßen gratis geräumt werden, weil wir sehr viele Pendler ins Tal haben und wir auch für den Wintertourismus geräumte Straßen haben wollen", sagt Anton Polessnig, Bürgermeister von Diex. An extra Gebühren wird nicht gedacht, obwohl Polessnig weiß: "Viele Kärntner Gemeinden heben bereits Schneeräumgebühren ein."
Features
GEMEINDEN VERSINKEN IN SCHNEE
Eisenkappel/Vellach. 60 Kilometer Straßen auf einem 200 Quadratkilometer großen Gebiet werden betreut; Budget von 111.500 Euro ist bereits größtenteils aufbraucht
Diex. Budget von 110.000 Euro ist bereits aufgebraucht; man greift auf die Mittel des Budgets 2011 zu
Eberndorf. Budget von 175.900 Euro wird vermutlich geringfügig überschritten
Feistritz. Man hofft mit dem Budget von 117.000 Euro bis Jänner auszukommen
Gallizien. Budget von 15.000 Euro ist bereits aufgebraucht
Griffen. 220 Kilometer Wege und Straßen sind zu erhalten; Budget von 139.000 Euro ist bereits aufgebraucht
Völkermarkt. 300 Straßenkilometer umfassendes Netz; Budget von 400.000 Euro wird vermutlich überschritten











