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Zuletzt aktualisiert: 21.08.2010 um 20:16 UhrKommentare

Diese Partnerschaften kennen keine Grenzen

Voneinander lernen: Unsere Gemeinden überschreiten Grenzen und schließen Bündnisse mit Orten jenseits der Staatsgrenze. Jede Kommune überrascht mit ihren Besonderheiten.

Im Süden, vor allem in Italien, Slowenien aber auch Kroatien, fanden die Völkermarkter Gemeinden ihre Partnergemeinden. Bei dem einen war die Namensgleichheit oder ein Verein der Auslöser, beim anderen sogar eine Naturkatastrophe. So knüpfte Griffen die ersten Kontakte zur Partnerkommune 1976. Trasaghis lag im Epizentrum des schweren Erdbebens von Friaul und Griffner eilten bereits einen Tag nach dem Unglück mit Hilfsgütern bepackt nach Italien. 1978 wurde die Partnerschaft offiziell besiegelt.

"Es gibt Fixtermine, zu denen wir nach Trasaghis reisen, wie zum Marienfeiertag im Dezember oder zum Drei-Seen-Fest Ende August", erzählt Bürgermeister Josef Müller. Der Gegenbesuch erfolgt im Juni zum Griffner Kirchtag.

Bleiburg ist bei der Partnersuche gleich zweimal fündig geworden, sowohl in Slowenien als auch in Kroatien. Durch die Posojilnica Bank wurden Kontakte zu Lovran hergestellt und 2006 unterzeichnete man die Partnerschaftsurkunde.

Kroatische Köche

In der Fastenzeit bereichern kroatische Köche die Fischtage in Bleiburg mit heimischen Spezialitäten. Im Oktober, zum Kastanienkirchtag, wird ein Gegenbesuch abgestattet. 2007 wurde Bleiburg durch die Jägerbatallion-Gesellschaft Moos auf Gorika Brda aufmerksam. "Diese Region im slowenischen Collio hat aufgrund des mediterranen Klimas ab Mai ständig neue Früchte zu bieten. Marillen, Pfirsiche, Oliven, Trauben und vor allem Kirschen gedeihen dort prächtig", schwärmt Bürgermeister Stefan Visotschnig. Beim Kirschenkirchtag in Slowenien sind die Bleiburger gerne dabei. Auf der Wies'n trifft man dann im Alpen-Adria Zelt auf die Gäste.

Bei der Beziehung zwischen der Stadt Dravograd und der Gemeinde Neuhaus war ohne Zweifel die nahe Lage ausschlaggebend, die auch beim jährlichen Neujahrstreffen von großem Vorteil ist. "Nähe und gemeinsame kulturelle Interessen und Vereine sind wichtig für eine gute Partnerschaft", so Bürgermeister Gerhard Visotschnig. 1985 hat auch die Gemeinde Eisenkappel-Vellach die Partnerschaft mit Krain besiegelt. "Gerade jetzt durch die EU ist es wichtig, dass man voneinander lernt", so Bürgermeister Franz Josef Smrtnik.

Zwischen dem Sonnenort Diex und Güssing ist aufgrund gleicher Visionen Solar-Energie betreffend eine Partnerschaft im Entstehen.

Auch Eberndorf pflegt seit fünf Jahren Kooperationen mit der Gemeinde Ptuj in Slowenien. Ein sogenanntes Spiegelprojekt fungiert als Bindungsglied: In Ptuj gibt es ein Schloss, ähnlich wie das Stift Eberndorf und ein Moor, ähnlich dem Sablatnigmoor. Auch Sittersdorf ist um Kontakte bemüht, doch bisher hat sich keine passende Partnergemeinde gefunden. Ebenso ist es den Gemeinden Gallizien, Globasnitz, Feistritz und Ruden ergangen.

Die Namensgleichheit von St. Kanzian und San Canzian d'Isonzo war ausschlaggebend für die Besiegelung des Bündnisses. Im Dezember wird eine Tanne in den Süden geliefert, die in der Vorweihnachtszeit auf italienische Art geschmückt und abwechselnd an den drei Hauptorten in San Canzian d'Isonzo aufgestellt wird.

Im Laufschritt, Marsch!

Auch die Bezirkshauptstadt schläft nicht. Eine Völkermarkterin, die seit 50 Jahren in San Giorgio di Nogaro lebt, machte vor einigen Jahren erstmals auf die Gemeinde aufmerksam. "Gemeinsam mit der einzigen Militärmusik Europas, die im Laufschritt musiziert, wurde zum ersten Mal Völkermarkt ein Besuch abgestattet", erzählt Tourismusreferent Karl Kollitsch. Vor drei Jahren besiegelte man den Bund. Unter dem Motto "Bessere Verständigung unter den Partnerstädten" wurde heuer ein Schulprojekt auf die Beine gestellt. Das Alpen-Adria Gymnasium und die Neue Mittelschule kooperieren mit Schulen in San Giorgio di Nogaro. "Es wird Schüleraustausche geben und durch das Erlernen von Sprachen gibt es ein gutes gegenseitiges Verständnis", freut sich Kollitsch.

Eine weitere Partnerschaft mit der Stadt Radenci in Slowenien ist im Entstehen. "Eine tolle Weingegend mit Thermenland und einer Mineralwasserfabrik", schwärmt Kollitsch.

JULIA SLAMANIG, GABI NAGELE

ÜBERSICHT

Bleiburg. Lovran (Kroatien), Gorika Brda (Slowenien)

Eisenkappel-Vellach. Krain (Slowenien)

Griffen. Trasaghis (Italien)

Neuhaus. Dravograd (Slowenien)

St.Kanzian. San Canzian d'Isonzo (Italien)

Völkermarkt. San Giorgio di Nogaro (Italien)

Keine Partnerschaft. Diex, Eberndorf, Feistritz ob Bleiburg, Gallizien, Globasnitz, Ruden, Sittersdorf

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