Sittersdorf vertraut der Kraft des Wassers
Die Gemeinde Sittersdorf plant die Errichtung eines Trinkwasserkraftwerkes im Hochbehälter Homelitschach. Das Projekt leistet einen Beitrag zum Klimaschutz und kostet 60.000 Euro.

Foto © HaderlapKlimaschutz: Im Sittersdorfer Gemeinderat ist man sich einig
Im Bezirk wird Klimaschutz schon seit geraumer Zeit großgeschrieben. Von 16 Kärntner Gemeinden beteiligen sich 2010 die Bezirksgemeinden Diex, Eisenkappel und Sittersdorf am e5-Programm, welches 2004 von Landesrat Reinhart Rohr (SP) ins Leben gerufen wurde. Mit e5 erhalten die am Programm teilnehmenden Gemeinden Hilfsmittel und Unterstützung, um ihre Energie- und Klimaschutzziele festzulegen und zu erreichen.
Ein erster Schritt auf kommunaler Ebene wurde bei der letzten Gemeinderatsitzung in Sittersdorf einstimmig abgesegnet. Geplant ist nämlich die Errichtung eines Trinkwasserkraftwerkes im Hochbehälter Homelitschach. Laut dem Bericht des Bürgermeisters Jakob Strauß (SP) "hat diese Maßnahme den Vorteil, dass die Abdeckung des eigenen Strombedarfs im Hochbehälter Homelitschach gewährleistet ist. Der Reststrom wird in das Netz eingespeist. Durch die Netto-Einspeisleistung sollen etwa 3500 Euro pro Jahr der Gemeinde zufließen."
Die vorhandene Wassermenge von 14 Litern pro Sekunde reicht aus, um mit der von der Firma AC-TEC GmbH angebotenen Pelton-Turbine mindestens 9,5 Kilowatt Strom pro Stunde zu erzeugen. Zudem erhoffen sich die Gemeindeväter durch diese Maßnahme auch noch eine verbesserte Sandfilterwirkung. Was noch fehlt, ist laut Strauß "die wasserrechtliche Bewilligung, die umgehend einzuholen wäre".
Die Kosten
Die voraussichtlichen Kosten für die Errichtung des Kraftwerkes betragen 60.000 Euro und werden durch ein Darlehen in der Höhe von 45.000 Euro sowie Förderungen beziehungsweise durch die Engpassleistung von 1500 Euro pro Kilowatt finanziert. Die maximale Dauerleistung, die das Kraftwerk nach Abzug des für den Betrieb des Kraftwerks nötigen Eigenbedarfs unter Normalbedingungen abgeben kann, soll auch das Darlehen "innerhalb von zehn bis zwölf Jahren" abdecken.
Für den Klimaschutz
Bei dem e5-Programm handelt es sich um ein Programm zur Qualifizierung und Auszeichnung von Gemeinden, die durch den effizienten Umgang mit Energie und der verstärkten Nutzung von erneuerbaren Energieträgern einen Beitrag zu einer zukunftsverträglichen Entwicklung der Gesellschaft leisten wollen. Die Gemeinden müssen sich dafür alle drei Jahre überprüfen und zertifizieren lassen. Damit wird auch ein gewisser Umsetzungsdruck ausgeübt, der eine kontinuierliche Weiterentwicklung garantiert.
Features
Wissenschaftliches im Gemeinderat
Die Sittersdorferin Kerstin Urban hat eine Diplomarbeit mit dem Thema "Risiken und Potenziale bei der Integration von Altenbetreuung und Behindertenhilfe" geschrieben und dafür das geplante Sozialprojekt "Tagesstätte und betreutes Wohnen" in Sittersdorf analysiert. Für die Zurverfügungstellung der Diplomarbeit an die Gemeinde Sittersdorf erhielt sie bei der letzten Gemeinderatsitzung 1000 Euro, gestiftet von der Gemeinde, dem Bürgermeister Josef Strauß und der EL-Fraktion.











