Die schönsten "Saiten" der Schweiz
Die gebürtige Völkermarkterin Anja Wobak-Eder (37) folgte dem Klang der Violine nach Basel. Das ist mittlerweile 16 Jahre her.
Die Macht der Musik mag vieles zu bezwecken. Zum Beispiel, dass eine Völkermarkterin in ein Land zieht, das ihr zunächst einmal mit kühler Reserviertheit und unbekannten Regeln begegnet, ein Land, in dem der "österreichische Humor unerwünscht ist oder zumindest missverstanden wird" und es nur wenig Unterstützung für Einwanderer gibt.
So viel zum ersten Jahr von Anja Wobak-Eder in der Schweiz. Mittlerweile sind aus dem einen Jahr 16 geworden und die Berufsmusikerin hat auch die schönen "Saiten" der Schweiz kennen- und lieben gelernt. Zum Beispiel, dass ihr Job beim Sinfonieorchester Basel - sie spielt dort die Violine - "toll und durchaus gut bezahlt" ist. Und auch die viel zitierte Sauberkeit und Sicherheit der Schweiz kommen mit auf die "Pro-Liste". Und noch etwas findet die 37-Jährige zumindest teilweise gut: "Man kann hier gut für sich sein, da die Geselligkeit in der Schweiz - im Vergleich zu Österreich - nur in beschränktem Rahmen stattfindet."
Den Rahmen für Wobaks Lebenslauf gab schon sehr früh die Musik vor. Nach vier Jahren Volksschule und vier Jahren Gymnasium in Völkermarkt wechselte Wobak an das Gymnasium in Viktring und belegte den musischen Zweig. Nach der Matura folgte die Ausbildung am Konservatorium in Klagenfurt.
Alter Professor, neues Land
Und dann stellten sich die Weichen für eine Zukunft in der Schweiz: Ein Kölner Professor, bei dem Wobak ihr Aufbausemester absolvieren wollte, durfte wegen Überschreitens des Rentenalters nicht mehr in Deutschland unterrichten und verlegte daraufhin seine Tätigkeit nach Bern. Wobak folgte ihm - "für das geplante eine Jahr". Das war 1994. Wobak blieb. Es folgte ein Studium in der Meisterklasse, ein Lehrdiplom in Bern und weitere Lehrgänge, die es ihr auch die folgenden Jahre unmöglich machten, nach Kärnten zurückzukehren.
Der Ernst des Lebens
Denn mit dem Lehrdiplom für Violine "begann der Ernst des Lebens": die Suche nach einem Job und, wie im klassischen Bereich üblich, zahlreiche Probespiele. Es folgte ein Job im deutschen Essen, doch auf Anraten einer Studienkollegin aus Bern bemühte sich Wobak um ein Probespiel in Basel - und gewann. "Seither spiele ich im Sinfonieorchester Basel bei den Violinen, aus dem geplanten Jahr wurden mittlerweile 16 Jahre", so Wobak.
Seit 2001 ist Wobak verheiratet, seit Dezember 2009 bestimmt nicht mehr die Violine allein Wobaks Terminkalender: Tochter Saskia Mercedes Sofia beansprucht nun ihre volle Aufmerksamkeit. Mit Mann und Kind lebt die nunmehr als "Teilzeit-Berufsmusikerin" Beschäftigte in einem Haus in Rheinfelden, knappe 20 Kilometer von Basel entfernt.
An eine Rückkehr nach Kärnten denkt sie schon seit Jahren, obwohl Wobak eingesteht, "dass man sich mit den Jahren verändert und sich auch nicht mehr so richtig verstanden fühlt in der alten Heimat".
Nichtsdestotrotz bleibt ein Ziel, vor allem auch wegen Saskia Mercedes Sofia, bestehen: "Die Rückkehr nach Österreich."
Features
SCHWEIZER STÄDTE
Rheinfelden. Rhyfälde (auf Schweizerdeutsch) ist eine Kleinstadt in der Schweiz, 17 Kilometer von Basel. Sie liegt am Hochrhein an der Grenze zu Deutschland. Mit 11.000 Einwohnern ist sie die sechstgrößte Stadt des Kantons Aargau
Basel. Basel ist die drittgrößte Stadt der Schweiz. Sie liegt zu beiden Seiten des Rheins und am Dreiländereck Schweiz-Deutschland-Frankreich











