Die ÖVP beharrt auf Schulschließung
Martinz (ÖVP) schick-te seinen Klubobmann Tauschitz zur Diskussion um Schließung der Landwirtschaftlichen Fachschule Eberndorf vor. Kaiser (SPÖ) forderte eine Nachdenkpause.
Die Landwirtschaftliche Fachschule Eberndorf wird geschlossen. Daran konnte am Mittwoch weder das Gespräch der Schul- und Elternvertreter mit Landesrat Josef Martinz (ÖVP) etwas bewirken (die Kleine Zeitung berichtete), noch die von der SPÖ organisierte Diskussion "Heißes Eisen" im Gasthof Pucher in Eberndorf tags darauf.
Alle zur Schulerhaltung vorgebrachten Sachargumente wurden von dem in Vertretung von Landesrat Martinz entsandten ÖVP-Klubobmann Stephan Tauschitz zerstreut. Auf die Frage aus dem Publikum, warum gerade Eberndorf geschlossen werde, antwortete Tauschitz: "Eberndorf hat die niedrigste Schülerzahl von allen, würden wir zur Schließung Ehrental vorschlagen, hätten wir dort die gleiche Diskussion." Tauschitz weiter: "Es gibt weniger Kinder, das Geld geht aus, und wenn wir nicht einsparen, ist das gesamte System nicht mehr zu halten", worauf sich lauter Unmut unter vielen Zuhörern regte.
Auf dem Dachboden
Landeshauptmannstellvertreter Peter Kaiser (SPÖ) entgegnete: "Martinz selbst behauptet, die landwirtschaftlichen Schulen in Kärnten schreiben eine Erfolgsgeschichte, da jedes Jahr immer mehr Schüler diesen Schultyp wählen. Für Eberndorf muss eine Nachtdenkpause eingelegt werden, um nach Möglichkeiten zu suchen, den für die Region und für die Schüler wichtigen Schulstandort zu erhalten, vor allem sind die Schülerzahlen in den letzten Jahren sogar gestiegen."
"Bitte kämpft um uns und unsere Bildung", appellierte Schülersprecherin Jennifer Logar. Sie kann nicht verstehen, warum die von der Politik verursachte Finanzmisere "gerade am Rücken meiner Generation ausgetragen wird". Als möglicher Ersatzort für die Schülerinnen von Eberndorf schlug Tauschitz den auszubauenden Dachboden in der Landwirtschaftlichen Fachschule Goldbrunnhof vor.
Um jene eine Million Euro, die der Unterricht in Eberndorf dem Land koste, auch in Zukunft aufzustellen, machte Kaiser den Vorschlag, "den touristischen und ernährungswissenschaftlichen Schwerpunkt zu erweitern und Synergien mit anderen Schultypen zu suchen". Gestern kritisierte Tauschitz in einer Presseaussendung Gesundheitsreferent Peter Kaiser mische sich in fremde Agenden ein und wecke bei der Bevölkerung "nicht erfüllbare Erwartungen".












