Immer weniger Arbeitsplätze im Bezirk
Vor zehn Jahren gab es laut Statistik des AMS im Bezirk um 652 Arbeitsplätze mehr als Ende 2009. Der größte Einbruch fand 2008 statt, als größere Firmen in Konkurs gingen.

Foto © APA/DPAVor zehn Jahren gab es im Bezirk um 652 Arbeitsplätze mehr als Ende 2009
Das Jahr 2008 war im Bezirk, was die Anzahl der Firmen- und Privatkonkurse sowie die Schadenshöhe angeht, ein absolutes Krisenjahr. Neben den Insolvenzen einiger größerer Firmen brach auch die Auftragslage bei der Automobil-Zulieferindustrie ein, was vor allem Leiharbeiter in die Arbeitslosigkeit beziehungsweise viele Stammarbeiter in die Kurzarbeit drängte.
Arno Ruckhofer vom Alpenländischen Kreditorenverband bezeichnet das Jahr 2008 als ein besonders schmerzliches Jahr für den Bezirk Völkermarkt. Es wurden zwar nur 13 Konkurse abgewickelt - im Schnitt sind es jährlich etwa 15 Konkursverfahren -, dafür war die Summe der Passiva mit 25 Millionen Euro so hoch wie noch nie in diesem Jahrzehnt. "2008 waren im Bezirk über 100 Arbeitsplätze durch Insolvenzen gefährdet, 2009 waren es 93", sagt Ruckhofer.
Kräftiger Knick
Im Jahr 2008 verzeichnet die Statistik des Arbeitsmarktservice (AMS) einen kräftigen Knick bei den Beschäftigten im Bezirk (siehe Grafik). Doch die Talfahrt von durchschnittlich 16.902 Beschäftigten im Jahr 2007 auf 16.213 (-689!) hat mehrere Ursachen: Neben Insolvenzen, Kurzarbeit - Mahle hat darüber hinaus im Oktober 2008 alle 200 Leiharbeiter freigesetzt - und einer eher zurückhaltenden Einstellungsbereitschaft der Unternehmen spielt auch eine Verlagerung hin zu geringfügigen Beschäftigungsverhältnissen und zur neuen Selbstständigkeit eine nicht unbedeutende Rolle. So stieg kärntenweit die Anzahl der geringfügig Beschäftigten (diese scheinen in der AMS-Statistik nicht als Beschäftigte auf) vom Jahr 2000 von 12.600 auf 18.600 im Jahr 2008, was vor allem der Kärntner Gebietskrankenkasse zunehmend Bauchschmerzen bereitet. Denn damit kommen ihr immer mehr Zahler abhanden. Auch branchenbedingt und zusätzlich im "saisonalen Zyklus", vor allem die Bauwirtschaft und den Tourismus betreffend, sei laut Helena Wutscher-Grünwald, Leiterin des AMS Völkermarkt, seit 2008 vieles in Bewegung geraten. "Betroffen sind besonders der Bereich Herstellung von Waren sowie der Metall- und Elektrobereich", sagt die AMS-Leiterin. Von einer wirklichen Erholung könne im Moment noch nicht die Rede sein, obwohl die Firma Mahle bereits wieder auf Suche nach Mitarbeitern sei.
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Daten & Fakten
Konkurse. 2008 gab es 13 Konkurse mit insgesamt 25 Millionen Euro Passiva, 104 Arbeitsplätze waren gefährdet. 2009 gab es 15 Konkurse mit 13 Millionen Euro Passiva, wobei 93 Arbeitsplätze betroffen waren.
Arbeitslosenquote. Die durchschnittliche Quote im Bezirk lag 2008 bei 12,3 Prozent, 2009 bei 15,80 Prozent, 2002 war sie mit 16,20 Prozent am höchsten.
Beschäftigte. Die höchste Anzahl an Beschäftigten gab es 2007 mit 16.902, die geringste 2009 mit 15.862.











