Neue Heimat zwischen Meer und Berg
Den Griffner Norbert Letnar verschlug es nach Vancouver. Dort hat es - ausgerechnet während Olympia - nicht so viel Schnee wie sonst.

Foto © PrivatIn Vancouver werden zurzeit die Olympischen Winterspiele ausgetragen. Im Bild: das Whistler Schi-Ressort
Seit 1959 lebt Norbert Letnar (71), Zimmermann aus Griffen, in Kanada. Einmal im Jahr kommt der Auswanderer nach Kärnten, um seine Verwandten und Freunde zu treffen.
Begonnen hat alles vor mehr als 50 Jahren: Im August 1959 verließ Norbert Letnar, damals 21 Jahre jung, seine Kärntner Heimat, um in Kanada ein neues Leben zu beginnen: "Ich wollte nur weg von Zuhause, die Zeit war damals nicht so gut." Zunächst verschlug es den Auswanderer nach Ontario, wo er in einer Sargfabrik "bei 40 Grad Hitze Wasser tragen musste". Später arbeitete er in einer Nickelmine in Sudbury. Nach einer weiteren Station in Elliot Lake, wo Letnar in einer Uranmine tätig war, landete er schließlich 1964 in Vancouver.
Liebe in Los Angeles
Seine Frau Irma, eine gebürtige Deutsche, lernte der Auslandskärntner 1965 in der Stadt der Engel - Los Angeles - kennen. "Ich war damals gerade unterwegs nach Mexico, um dort Urlaub zu machen", sagt Letner, der in Griffen aufgewachsen ist und in seiner Jugend unter anderem in einer Möbelfabrik in Klagenfurt Erfahrung gesammelt hat.
Neben seiner Gattin bestimmen neun Männer das Privatleben des Zimmermanns, nämlich drei Söhne und sechs Enkelsöhne. "Mein Sohn Christian, der 1967 in Griffen geboren wurde, hat die österreichische Staatsbürgerschaft und ist stolz darauf", so der 71-Jährige. Christian lebt ebenfalls in Vancouver, während Hans-Peter (47) in Sudbury zuhause und Michael (39) in Neufundland gelandet ist.
Bis zu fünf Meter Schnee
An Vancouver schätzt der Auslandskärntner vor allem die Berge, das Meer und das Klima. "Im Winter gibt es hier oft bis zu fünf Meter Schnee, nur leider heuer nicht - obwohl wir den Schnee dringend für die Olympischen Spiele brauchen würden." Nach Kärnten kommt Letnar einmal im Jahr, um seine daheimgebliebenen Verwandten und Freunde zu treffen. "Meine Mutter hatte zwölf Geschwister, eine 95-jährige Tante lebt noch in St. Paul", so Letnar, der demnächst auch seinen Bruder in Klagenfurt und seine Schwester in Graz besuchen wird.
In Kanada denkt er oft an sein Heimatland Kärnten - dann wird er auch ein bisschen wehmütig: "Ich habe erst später gemerkt, wie schön Kärnten ist."
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Auswanderer Norbert Letnar (ganz rechts) mit Gattin Irma und den EnkelkindernFoto © Privat












