Blatt für Blatt durchs Leben
"Lebensgeschichten der älteren Generation am Bauernhof" sind Thema des zweisprachigen Bauernkalenders 2010 der Bäuerlichen Bildungsgemeinschaft Südkärnten (KIS), der demnächst erscheint.

Foto © ReichmannDer Juli zeit Eisenkappel mit der Bergbäuerin Marija Hribar auf dem Weg zu ihrem Bauernhof
Die Gespräche mit den Altbauern waren sehr berührend", erzählt Olga Voglauer, Agrarökonomin und Projektleiterin, die die Kalenderkandidaten aus einer 600 Personen umfassenden Datothek ausgesucht hat. "Die 70 bis 91 Jahre alten Bauern mussten im Laufe ihres Lebens oft große persönliche Schicksalsschläge und tief greifende technologische Veränderungen meistern."
Ihre Lebensgeschichten sind geprägt durch den Zweiten Weltkrieg, durch Armut und Entbehrungen. Geklärt wird auch die Frage, wie es den Bauern trotzdem gelungen ist, ihre wirtschaftlichen und kulturellen Lebensgrundlagen zu erhalten und sie in ihren Alltag einfließen zu lassen.
"Ein unglaublicher Einschnitt etwa war die Elektrifizierung der Höfe", berichtet die künftige Biobäuerin, die mit ihrem Team bisher zwei Kalender mit den Themen "Bäuerinnen" und "Jungbauern" gestaltet hat. "Für die heutige Generation sind viele Dinge unvorstellbar", sagt Voglauer.
Wert auf Ausbildung
"Die Bauern haben nicht nur mit starker Hand, sondern auch mit klugem Handeln überlebt", resümiert die Autorin. Bildung sowie die Ausbildung der Kinder hatten einen enorm hohen Stellenwert. "In den Familien wurde viel gelesen", weiß Voglauer zu berichten. Den meist zahlreichen Kindern wurde nach dem Motto "Wissen und Können bringt Ansehen" der Weg ins Leben geebnet. "Die Bauern mussten sich immer selbst zurechtfinden und waren dabei sehr erfinderisch."
Heimische Bauern
Aus dem Bezirk sind Engelbert Logar aus Neuhaus, Jozef Urank aus Gallizien, Maks und Maria Piko aus Bleiburg, Maria Hribar aus Bad Eisenkappel, Blaz und Ivanka Kordesch aus Globasnitz, Alois und Elisabeth Cik aus St. Kanzian sowie Veit und Maria Berg aus St. Primus im Kalender vertreten.
Neben den Dokumentationen bietet der Bauernkalender durch die Fotos des Kunstfotografen und Filmemachers Stefan Reichmann auch der Kunst eine Plattform. Die Vorderseite des jeweiligen Monatsblattes ist vierfarbig gedruckt, die einzelnen Tage enthalten für Bauern wichtige Informationen wie Tierkreiszeichen, die Mondphasen sowie günstige Termine für das Holzschlagen oder den Obstbaumschnitt. "Unsere Kalenderbauern haben die
Südkärntner Landwirtschaft wesentlich mitgeprägt", sagt Miha Zablatnik, Obmann der KIS. Unterstützt haben das Projekt unter anderen Landwirtschaftskammer, Bundeskanzleramt, Bundesministerium für Unterricht und Kunst und Land Kärnten.
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Bauernkalender 2010
Herausgeber. Bäuerliche Bildungsgemeinschaft Südkärnten (KIS)
Gestaltung. Fotos: Stefan Reichmann, Texte: Olga Voglauer, Druck: Hermagoras KlagenfurtMitwirkende. Bauern aus dem Bezirk Völkermarkt: Engelbert Logar (Neuhaus), Jozef Urank (Gallizien), Maks und Maria Piko (Bleiburg), Maria Hribar (Bad Eisenkappel), Blaz und Ivanka Kordesch (Globasnitz), Alois und Elisabeth Cik (St. Kanzian), Veit und Maria Berg (St. Primus); Weiters: Lonki Schellander (Ludmannsdorf), Majda und Josef Mikl (Arnoldstein), Elisabeth Sitter (Keutschach), Avgusta Janezic (St. Jakob)
Erhältlich bei den mitwirkenden Bauern, in den Posojilnica Banken und im Bildungshaus Tainach












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