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    Zuletzt aktualisiert: 03.11.2009 um 22:04 UhrKommentare

    Klare Antworten auf wässrige Fragen

    Ein Wasserexperte erklärt, warum das Petzengebiet so sensibel ist und warum man zu Quellwasser (irrigerweise) mehr Vertrauen hat.

    Welcher Weg die Feistritzer und die Bleiburger zu g'schmackigen Wasser führt, ist noch nicht klar

    Foto © BudaiWelcher Weg die Feistritzer und die Bleiburger zu g'schmackigen Wasser führt, ist noch nicht klar

    Walter Poltnig beschäftigt sich von Berufs wegen mit Wasser und so hat der Mitarbeiter am Institut für Wasser-Ressourcen-Management der Grazer Joanneum Research ForschungsGmbH eine fachliche Antwort auf die Frage, warum Menschen beim Thema Trinkwasser so sensibel reagieren.

    "Ich glaube ein Problem ist, dass die Menschen das Grundwasser nicht sehen können, nicht wissen, wo es fließt und es deshalb für schlechter halten als Quellwasser - dabei ist oft das Gegenteil der Fall. Viele haben die Vorstellung, dass Quellen ursprünglicher und natürlicher sind", sagt Poltnig, der auch für diese esoterisch anmutende Sichtweise eine einfache Erklärung parat hat: "Quellwasser erscheint durch die niedrigere Temperatur geschmackvoller als Grundwasser."

    Kein Quell der Freude

    Das Petzenwasser ist nun für die Feistritzer und Bleiburger schon seit Längerem kein Quell der Freude, Schuld sind die häufig auftretenden Verkeimungen und die damit verbundene notwendige Reinigung. Aber auch den Grund für dieses Problem hat Poltnig schnell erklärt: "Das ist bei den Karstquellen fast immer der Fall, dass Verkeimungen auftreten, weil das Wasser meist sehr rasch ein- und wieder austritt und daher nicht gefiltert wird wie bei Schotter oder Sand."

    Und darum haben die Karstquellen immer Probleme mit ihrem Trinkwasser, vor allem bei starken Regenfällen und nach der Schneeschmelze. Auch die landwirtschaftliche und touristische Nutzung solcher Gegenden ist laut Poltnig eine sensible und schwierige Sache.

    Und noch etwas müssen die Wasserexperten bezüglich des Petzenwassers beachten: Es hält sich nicht an Staatsgrenzen. "Das Petzenwasser wird sowohl auf Kärntner, als auch auf slowenischer Seite getrunken. Das heißt, man kann es nur gemeinsam schützen", sagt Poltnig. Mit Mihael Brencic vom Geologischen Institut in Slowenien hat er 15 Jahre lang die Karawanken untersucht. Am Schluss der Forschungen stand das 2008 erschienene Buch "Grundwasser der Karawanken", das heute im Gemeindeamt vorgestellt wird. Aus aktuellem Anlass, denn die Dolintschitschach-Quelle soll im November wegen Verkeimung abgeschaltet werden. Die Einheitsliste ist dagegen: Sie will das Wasser chemisch unbehandelt erhalten.

    MICHAELA PRAPROTNIG

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