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Zuletzt aktualisiert: 17.10.2009 um 21:11 UhrKommentare

Raser auf zwei Rädern sorgen für Unruhe

Traurige Bilanz der heurigen Motorradsaison: drei Tote auf Kärntens Straßen. Seit auf der Soboth stärker kontrolliert wird, weichen Motorradfahrer nach Völkermarkt aus.

Vor allem der Griffnerberg im Bezirk Völkermarkt hat sich zur heimlichen Raserstrecke entwickelt

Foto © KöstingerVor allem der Griffnerberg im Bezirk Völkermarkt hat sich zur heimlichen Raserstrecke entwickelt

Die letzten Sonnenstrahlen im Herbst werden von Motorradfahrern für Ausfahrten genutzt, dann ist die heurige Saison auch schon wieder vorbei. Die traurige Bilanz: Drei Fahrer haben auf den Kärntner Straßen ihr Leben gelassen, einer davon auf der Straße über den Seebergsattel. Seit auf der Kärntner Motorrad-Raserstrecke Nummer eins, der Soboth zwischen dem Lavanttal und der Steiermark, die Geschwindigkeit von der Polizei häufiger kontrolliert wird, weichen die Raser auf zwei Rädern nämlich in den Bezirk Völkermarkt aus. "Die Straßen über den Seebergsattel und den Griffnerberg zwischen Griffen und St. Andrä haben sich zu den ,heimlichen' Raserstrecken entwickelt", sagt Gerald Höher, Experte für Motorräder in der Abteilung 7 der Verkehrsabteilung des Landes.

Immer mehr Unfälle

Während früher pro Jahr ein bis zwei Unfälle mit Motorradfahrern im Bereich des Seebergsattels passierten, sind es mittlerweile vier bis fünf. In 40 Prozent der Fälle sind die Motorradfahrer allein am Unfall beteiligt, das heißt, sie fahren in Kurven geradeaus oder kommen durch zu schnelles Fahren von der Straße ab. Jener Motorradfahrer, der heuer am Seebergsattel im Bezirk Völkermarkt sein waghalsiges Manöver mit dem Leben bezahlt hat, hat wiederum in einer unübersichtlichen Kurve überholt und ist mit seinem Motorrad gegen ein entgegenkommendes Fahrzeug geprallt.

"Ein weiteres Problem ist, dass die Straßen in Slowenien für Motorradfahrer nicht so gut zum Schnellfahren geeignet sind. Dadurch kommen viele ausländische Fahrer nach Kärnten. Allein im Vorjahr sind drei slowenische Motorradfahrer auf Kärntens Straßen gestorben", sagt Höher. Um solche Unfälle einzudämmen, analysieren die Experten der Abteilung 7 seit drei Jahren Unfallhäufigkeitspunkte und versuchen, diese zu entschärfen. "Auf der Soboth haben wir vor zwei Jahren in zwei gefährlichen Kurven spezielle Bodenmarkierungen angebracht. Außerdem ist zu beobachten, dass auf Ausflugsstraßen in Kärnten im Vergleich zur Verkehrsfrequenz relativ wenig passiert", sagt Höher. Auf der B 99, der Katschbergstraße bei Spittal wiederum wurden in Kurven, in denen immer wieder Motorradfahrer ins Schleudern gekommen sind, Kunststoffschienen unter der Leitschiene angebracht. Diese verhindern, dass ein Motorradfahrer unter der Leitschiene durchrutscht.

Gefahren entschärfen

Und auf der Turracher Bundesstraße kurz vor dem Steilstück Ochsenbichl wurden erst heuer im Juli bei einer Gefahrenstelle Leitbalken angebracht und Fahrbahnunebenheiten saniert, um Motorradunfällen entgegenzuwirken. Alle diese Maßnahmen zeigten bereits einen Erfolg. "Positiv ist, dass mittlerweile die Motorradunfälle langsam zurückgehen. Und das bei einem Anstieg an Fahrzeugen", ist Höher erfreut. Mittlerweile sind in Kärnten nämlich 28.000 Motorräder angemeldet, zusammen mit den Motorfahrrädern sind es sogar fast 55.000 motorisierte zweirädrige Kraftfahrzeuge, die in unserem Bundesland unterwegs sind.

KARIN HAUTZENBERGER

Sicherheits-Tipps

Training. Bei einem Fahrsicherheitstraining lernt man, wie man sich in gefährlichen Situationen richtig verhält - vor allem für Fahrer, die nur selten mit dem Motorrad fahren, ratsam.

Geschwindigkeit. Lieber zu langsam als zu schnell fahren.

Blickrichtung. Nicht die Gefahr anschauen, sondern die Fluchtrichtung. Denn das Fahrzeug fährt eher dort-hin, wohin der Fahrer schaut.

Ausrüstung. Helm, passende Jacke, Hose (keine Jeans!), Stiefel und Handschuhe.

Beleuchtung. Licht am Fahrzeug einschalten, Reflektoren an der Schutzkleidung erhöhen die Sichtbarkeit des Fahrers in der Nacht und in der Dämmerung.

Hilfe. Für Alle: Erste-Hilfe-Kurs besuchen, damit man im Ernstfall helfen kann.

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Michaela PraprotnigNicht relati... von Michaela Praprotnig

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