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Zuletzt aktualisiert: 07.09.2009 um 20:21 UhrKommentare

Empörung über Schulschließung in Pustritz

Obwohl es genug Kinder gibt, wird die Expositur in Pustritz geschlossen. Auch die Volksschule in Greutschach bleibt in Zukunft leer.

Ab diesem Schuljahr bleibt das Klassenzimmer in Pustritz verwaist

Foto © APAAb diesem Schuljahr bleibt das Klassenzimmer in Pustritz verwaist

Es scheint eine einfache Kosten-Nutzen-Rechnung zu sein, die die Gemeinde da gemacht hat: Die Volksschulen in Greutschach und Pustritz sind mit 75.000 Euro Erhaltungskosten jährlich zu teuer, ergo werden sie geschlossen und die Kinder in das um 1,6 Millionen Euro sanierte Volksschulgebäude nach Griffen gebracht.

"Fühlen uns übergangen"

Hinter den trockenen Zahlen gibt es jedoch auch Betroffene - und die können mit der Gemeinde-Rechnung nichts anfangen: "Wir fühlen uns übergangen. In der Gemeinde werden Sachen beschlossen und wir müssen das erst aus den Medien erfahren", sagt Siegfried Grilz, Sprecher einiger Greutschacher Familien. Den Vater zweier Kinder stört vor allem, "wie das alles zu Stande gekommen ist", denn, "wie sonst ist es zu erklären, dass die Gemeinde bei den betroffenen Eltern schriftlich anfragt, wie die Stundenpläne der Kinder sein werden. Woher sollen wir das wissen? Wir kennen die neue Schule in Griffen nicht!"

Auch in Pustritz ist die Schließung der Expositur für manche ein großer Schock. Die ehemalige Elternsprecherin Claudia Jannach: "Obwohl die Bevölkerung seit Jahren erfolgreich für die Erhaltung unserer Kleinschule gekämpft hat und die Voraussetzungen für eine Weiterführung des Schulbetriebs ebenfalls ganz klar gegeben sind, wurde gegen die Schule entschieden." Jannach fragt sich auch, was in Zukunft aus den Erstkommunionen, dem Dreikönigssingen oder den Laternenfesten wird: "Das Ende der Volksschule wird auch die kirchlichen Aktivitäten entscheidend beeinflussen."

Pädagogischer Mehrwert

Nicht allein die Kostensenkung war es, die laut Bürgermeister Josef Müller (ÖVP) den Gemeinderatsbeschluss (21 zu 2 Stimmen) legitimierte: "Es geht auch um das Gemeinschaftserlebnis. Ich habe eine schriftliche Stellungnahme vom Bezirksschulinspektor, dass das Ganze aus pädagogischer Sicht durchwegs positiv zu sehen ist." Grilz sieht das anders: "Wir werden mit Argumenten bombardiert, die uns weismachen sollen, dass Zwergschulen pädagogisch minderwertig seien. Das Gegenteil ist der Fall."


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