Ein Turbo für Südkärnten
Bahn frei für das erste Turboladerwerk Österreichs in St. Michael. 300 Menschen finden dort Beschäftigung.
Gut Ding braucht Weile. Am Montag war es endlich so weit: Die Gesellschaftsverträge für die neue Firma Bosch Mahle Turbo Systems Austria GmbH wurden unterschrieben. Es ist das erste Joint-Venture zwischen dem weltweit größten Automobilzulieferer Bosch (270.000 Mitarbeiter) und Mahle, mit 50.000 Mitarbeitern weltweit an 30. Stelle der Zulieferer. Zweck der Gründung ist die Errichtung des ersten Turboladerwerkes Österreichs in St. Michael bei Bleiburg. Bis 2014 sollen vis a vis des Mahle-Filterwerkes 300 hochwertige Arbeitsplätze entstehen. Am 18. September erfolgt der Spatenstich für die 9000 Quadratmeter große Halle. Mitte 2010 wird die Produktion starten. Die Geschäftsführerin der Entwicklungsagentur Kärnten, Sabrina Schütz-Oberländer, spricht von der größten Betriebsansiedlung in Österreich seit zehn Jahren.
Dass das Turboladerwerk in Kärnten errichtet wird, war nicht selbstverständlich, da mehrere europäische Standorte darum gerittert haben. "Dank unserer Lehrlingsakademie haben wir viele gut ausgebildete Mitarbeiter", begründet Mahle-Geschäftsführer Franz Mlinar, der sich für den Standort Kärnten stark gemacht hat, die Entscheidung. Mit ein Grund war auch das Know-how, das im Filterwerk zur Verfügung steht.
Der Turbolader ist eines der spannendsten Zukunftsprodukte in der Autoindustrie. Durch die weltweiten Bemühungen zur notwendigen Reduzierung der CO2-Emissionen, müssen künftig neben Diesel- auch Benzin-Motoren mit Abgas-Turboladern ausgestattet werden. Experten rechnen den Bedarf bis 2020 auf 45 Millionen Stück für die Autoindustrie. Der positive Nebeneffekt: Die drastische, umweltbedingte Reduzierung der Motorleistung (von sechs auf vier Zylinder beispielsweise) kann der Turbolader auffangen. Das bedeutet weniger Kraftstoffverbrauch bei gleicher Motorleistung.











