"Nur wenigen fehlt der Streit"
Landeshauptmann Dörfler über die Dialogwoche und das neue Außenbild Kärntens.

Foto © Weichselbraun
Heute wird die 20. Kulturwoche der Kärntner Slowenen in Velden eröffnet (19 Uhr Casineum), die zukünftig zur Dialogwoche/teden dialoga" wird. Warum der Wandel?
GERHARD DÖRFLER: Veranstaltungen zu Kultur, Wirtschaft, Sport waren immer schon Anknüpfpunkte zwischen Mehrheit, Volksgruppe und Slowenien. Jetzt müssen wir vom Brückenbauen zum Brückenbegehen kommen, das ist dann der Dialog, der über die Kultur hinausgreifen soll.
Wo braucht Kärnten mehr Dialog?
DÖRFLER: Die Nicht-Wissenden sollen etwa zum Dialog eingeladen werden. Manche haben zur Kärntner Geschichte und zur Volksgruppenfrage zu wenig Information.
Ein Akzent der Kulturwoche ist die Kooperation eines ein- mit einem zweisprachigen Kindergarten. Sollte das nicht zum Modell für Kärnten werden?
DÖRFLER: Diese Form des Dialoges gibt es immer über zwölf Monate seit 2008. Solche Partnerschaften wären über mehrere Jahre sinnvoll, um über die Kinder in die Gesellschaft hinein Brücken zu bauen.
"Vieles vereint uns, nichts trennt uns mehr", sagen Sie im Vorfeld der Kulturwoche. Ist das nicht zu sehr beschönigend?
DÖRFLER: Die Politik und viele Funktionäre haben lange vom Konflikt gelebt. Beim Gros der Funktionäre in den Slowenen- wie Heimatverbänden gibt es jetzt Erleichterung wegen der Ortstafellösung. Nur ganz wenigen fehlt der Streit. Und das ist gut so.
Zur Eröffnung der Kulturwoche kommen die Ministerin für Auslandsslowenen und Staatssekretär Longar. Diese Woche sind zudem Regierungsvertreter aus Bosnien hier. Hat Kärnten seit der Ortstafellösung ein neues außenpolitisches Profil?
DÖRFLER: Früher war die Wahrnehmung Kärntens getrübt. Jetzt ist sie ungetrübt und offen. Vor diesem Hintergrund richte ich die nachbarschaftliche Bitte an Slowenien, dass auch die deutschsprachige Minderheit neue Wertschätzung erfährt.








