"Aufs ungesicherte Eis zu gehen, ist Angeberei“
Heinz Kernjak, Leiter der Wasserrettung Kärnten, warnt eindringlich davor, auf das Eis am Wörthersee zu gehen. Dabei handle es sich um Angeberei. Wer einbricht, hat praktisch keine Chance, gerettet zu werden.

Foto © Peautz
Gibt es eine Möglichkeit, nicht tragfähiges Eis zu erkennen?
Heinz Kernjak: Ganz klar: nein. Man kann natürlich die offenen Flächen sehen, weil sie dunkler sind. Aber Eisschollen, wie sie derzeit am Wörthersee treiben, erkennt man gar nicht. Die Risse zwischen diesen Flächen sind nur sehr schwer auszumachen. Und diese Schollen bewegen sich, wie es eben jüngst geschehen ist. Es gibt aber noch ein viel gravierenderes Problem: Der Wörthersee hat warme Quellen. Über diesen ist das Eis nur sehr dünn. Wenn Schnee darüber liegt, kann man diese Stellen nicht erkennen.
Kann man sich irgendwie retten, wenn man einbricht?
Kernjak: Eigentlich nicht. Wenn man einbricht, bewegt man sich und so kommt Wasser aufs Eis, was die Fläche noch rutschiger macht. Wenn das Eis richtig dünn ist, bricht es beim Versuch sich hochzuziehen. Der Körper kühlt dann rasch aus und man ist schnell erschöpft. Meistens hat man dann keine Überlebenschance mehr. Der Mann, der am Ossiacher See eingebrochen ist, konnte sich dank eines Eishockeyschlägers retten – aber eine Garantie ist das auch nicht.
Wird der Wörthersee heuer noch freigegeben?
Kernjak: Also das glaube ich wirklich nicht. Man darf ja nicht vergessen, dass die Eisstärke 15 Zentimeter betragen müsste und der See ist von Pörtschach bis Velden praktisch komplett eisfrei. Ich finde ja, auf ungesicherte Eisflächen zu gehen ist reine Angeberei. Es gibt rund um Klagenfurt genug zugefrorene Seen, die freigegeben sind. Man muss wirklich nicht auf den Wörthersee. Und wenn ich dann höre, dass Erwachsene mit Kindern aufs ungesicherte Eis gehen, frag ich mich, wo das Verantwortungsgefühl ist, denn das ist lebensgefährlich.









