10 Fragen und Antworten zur Gasleitung
Mitten in der Gas-Krise erhält die Diskussion um die geplante Tauerngasleitung neuen Zündstoff. Die wichtigsten Fragen und Antworten zum Projekt.
1. Wo soll die Tauerngasleitung (TGL)verlaufen?
ANTWORT: Die Gasleitung wäre eine Nord-Süd Verbindung zwischen dem Innviertel und Oberitalien. In Kärnten würde die Gasleitung über Rennweg nach Radenthein, weiter über Stockenboi und St.Stefan im Gailtal nach Arnoldstein verlaufen. Dort würde sie mit der bestehenden Transalpinleitung verbunden. In Feistritz im Gailtal ist zudem eine Verdichterstation geplant.
2. Wie steht es um die Grundstücksablösen?
ANTWORT: Die detaillierte Routenführung wird einer Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP) unterzogen. Erst dann wird über die Grundstücke verhandelt. "Sollte die UVP dem Projekt maßgebliches öffentliches Interesse zusprechen, wären theoretisch Enteignungen möglich", erklärt Thomas Kettl, Geschäftsführer der Planungsgesellschaft.
3. Wie viel Gas soll durch die Leitung fließen?
ANTWORT: Die Pipeline hätte einen Durchmesser von 90 Zentimeter. 1,3 Millionen Kubikmeter Gas würden pro Stunde durch die Leitung fließen, umgerechnet sind das 1,3 Gigawattstunden. Zum Verständnis: Pro Jahr verbraucht Österreich acht Milliarden Kubikmeter Gas, durch die Tauerngasleitung würden zehn Milliarden Kubikmeter fließen.
4.In welche Richtung und wohin würde das Gas fließen?
ANTWORT: Im Sommer von Süden nach Norden, in die Gasspeicher im deutsch-österreichischen Grenzgebiet. Und im Winter aus den Speichern zurück nach Süden zu den Verbrauchern.
5.Würden Industrie oder Private etwas abbekommen?
ANTWORT: Ja, wenngleich nicht direkt aus der TGL. Durch die zusätzliche Leitung würde auch in die in Kärnten schon relativ gas-arme Transaplinleitung mehr Gas fließen und über diese würde es dann in das Kelag Netz und damit zu den Endverbrauchen kommen. "Außerdem planen wir in Radenthein einen Abzweiger", erklärt Kettl.
6.Woher würde das Gas für die TGL kommen?
ANTWORT: Aus dem arabischen Raum und aus Lybien. Es könnte aber auch Gas aus Nord-Europa nach Süden fließen.
7. Würde die Tauerngasleitung einer künftigen Gas-Krise vorbeugen?
ANTWORT: Kelag Chef Hermann Egger sagt "ja" und erklärt auch warum: "Durch die verschiedenen Zulieferer wären wir nicht mehr so von einem einzigen Lieferanten abhängig". Und Leitungsplaner Kettl ergänzt: "Dadurch würde auch Bewegung in den Gas Markt kommen und der Preisdruck auf die Anbieter steigen." Wobei dieser Überlegung die geplante Gründung einer Gas-Opec widerspricht.
8.Wie hoch ist das Risiko für Anrainer der Pipeline?
ANTWORT: Laut Gesetz dürfte die Pipeline zehn Meter neben einem bewohnten Haus verlaufen. "Wir haben uns in der Planung aber bemüht einen Abstand von 50 Metern zu bewohntem Gebiet zu erreichen. In den meisten Fällen gelang uns das", so Kettl.
9. In welchem Zusammenhang stehen die TGL und das geplante Gas-Dampf-Krafwerk in Klagenfurt?
ANTWORT: "In keinem direkten, wenngleich sich eine Verbindung zwangsläufig ergibt", sagt Kettl. Dadurch, dass mit der Tauerngasleitung ein österreichischer Leitungsring entstehen würde, gäbe es auch mehr Gas in den Leitungen zur Verfügung. Wodurch auch genug Gas für ein Kraft werk zur Verfügung stünde.
10.Wie sieht der weitere Zeitplan aus?
ANTWORT: Die Rahmenvereinbarungen mit der Landwirtschaftskammer sind verhandelt und werden in den nächsten Tagen unterschrieben. Sie sind Verhandlungsgrundlage für die Bauern. Bis Mitte 2009 wird die technische, rechtliche und wirtschaftliche Machbarkeit geprüft, wobei es bereits in allen Bereichen positive Signale gibt. Dann würde eine UVP erfolgen und schlussendlich der Bau.








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