Jäger unter Beschuss der Anrainer
Empörung wegen Wildschwein-Abschuss bei Schonzeit in Ferndorf. Jägerschaft verteidigt die Bejagung. "Jagd"-Konflikt auch in Velden.
Immer wieder prallen auch in Villach die Welten von Jägern und Anrainern aufeinander. Der jüngste Fall von verbotener Wildschweinjagd in Villach regt auf: "Vier Jäger haben in Ferndorf eine Wildsau mit sechs Frischlingen gejagt", sagt Auguste Windisch-König vom Villacher Tierschutzverein. Ein anonymer Anrufer aus "Insider-Kreisen" hat den Tierschützern den Hinweis gegeben. Diese erstatteten Anzeige. "Laut Jagdgesetz dürfen führende Tiere, Brachen wie auch Rehe, erst ab 1. August geschossen werden", ist Windisch-König empört. "Alles war völlig korrekt", erklärt hingegen Bezirksjägermeister Gundrich Natmessnig. "Das Tier war ein Überläufer, also nicht das Muttertier." Überhaupt müsse man den Schwarzwild-Bestand ob der landwirtschaftlichen Schäden, den die Tiere anrichten, sehr im Auge behalten.
Rehkitze dürfen weiterleben
Aufregung gab es auch in Velden. Ein Jäger hat sein Jagdrevier gleich mit einem riesigen und extra-breiten Hochsitz markiert und getönt, es auf die zwei Kitze einer Reh-Geis abgesehen zu haben. Außerdem gibt es immer wieder Konflikte mit Hundebesitzern, die in einem nahen, tierfreundlichen Hotel am Saisser See Urlaub machen. Mit einem konstruktiven Gespräch mit Verantwortlichen und Anrainern konnte gestern alles zum Guten gewendet werden. Der imposante Hochsitz muss weg, die Kitze dürfen auf jeden Fall weiterleben.
Maßgeblich eingebracht hat sich dabei der Rehwildbeauftragte des Landes, Wolfgang Oswald. "Ängste und Anregungen aus der Bevölkerung sollten sehr ernst genommen werden", erklärt er.
Überhaupt sei gerade in diesem sensiblen Bereich sehr viel Aufklärungsarbeit nötig. Beispielsweise, dass Hunde im Wald nur angeleint und auf Wegen bleiben sollten. "Rennen diese quer durch das Gelände, verängstigen sie allein durch ihren Geruch das Wild."








