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Zuletzt aktualisiert: 03.07.2012 um 21:59 UhrKommentare

Minister fordert Disziplin

Am Mittwoch steht Bunkermuseum-Chef Andreas Scherer in Wien vor einer Disziplinarkommission. Grund: Er warf Verteidigungsminister Norbert Darabos eine gerichtlich strafbare Handlung vor.

Die Idylle im Bunkermuseum trügt: Disziplinarverfahren und Gerichtsverhandlung stehen an

Foto © KanatschnigDie Idylle im Bunkermuseum trügt: Disziplinarverfahren und Gerichtsverhandlung stehen an

Im Streit zwischen Verteidigungsministerium und Bunkermuseum rücken greifbare Entscheidungen in die Nähe: Am 6. Juli findet die erste Gerichtsverhandlung über die Rückgabe des Kriegsmaterials statt und schon heute wird Bunkermuseum-Chef Andreas Scherer nach Wien vor eine Disziplinarkommission zitiert.

"Man wirft mir vor, dass ich eine Dienstpflicht verletzt habe, aber ich war zu der Zeit ja schon nicht mehr im Dienst", sagt Scherer, der seit Mai vorigen Jahres als Beamter karenziert ist - bis dahin war er im Verteidigungsministerium angestellt. Der Grund für das Disziplinarverfahren ist pikant: Hintergrund soll eine E-Mail von Scherer sein, die er von Bundeskanzler Werner Faymann abwärts an viele Entscheidungsträger geschickt haben und darin Verteidigungsminister Norbert Darabos eine gerichtlich strafbare Handlung unterstellen soll - die zu jener Zeit schon eingestellt war (Stichwort: Causa Edmund Entacher).

"Das hat nichts mit dem Bunkermuseum zu tun"

Bestätigung dafür gibt es keine: "Scherer muss vor die Disziplinarkommission für Beamte und Lehrer. Das hat nichts mit dem Bunkermuseum zu tun", sagt Oberst Michael Bauer, Sprecher des Verteidigungsministeriums. Scherer will vor der Verhandlung auch nicht viel sagen, außer: "Das ist halt der nächste Mosaikstein."

Und meint damit den Streit zwischen Ministerium und Bunkermuseum. Angesprochen auf die Verhandlung am 6. Juli, bei der ja die Demontage des ausgestellten Kriegsmaterials verhandelt wird, sagt Scherer: "Es wäre ein Wahnsinn, das Museum zu zerstören." Das Ministerium will dadurch Scherer dazu bringen, das ausgestellte Kriegsmaterial zurückzuliefern.

ANDREAS KANATSCHNIG

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