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Zuletzt aktualisiert: 15.04.2012 um 18:09 UhrKommentare

Rettereinsatz in 140 Meter Höhe

Wenn die Gondeln stillstehen, hilft nur mehr abseilen. Bergrettung Villach war gestern zwischen Bleiberg und Dobratschgipfel im Einsatz.

Beim Abseilen aus der Gondel muss jeder Handgriff sitzen. Immerhin sind es rund 140 Meter bis zum Boden

Foto © SchwingerBeim Abseilen aus der Gondel muss jeder Handgriff sitzen. Immerhin sind es rund 140 Meter bis zum Boden

Für die meisten reicht wahrscheinlich schon der Gedanke allein, um panikartige Gefühle zu entwickeln. Aber was, wenn der Gedanke zur Wirklichkeit wird? Konkret: Mit mehreren Menschen in einer wackligen Gondel zu sitzen, die aus technischen Gründen plötzlich den Geist aufgibt, und gefangen in 140 Meter Höhe über dem Abgrund zu schweben?

Diese Situation war die Annahme eines spektakulären Übungseinsatzes der Bergrettung, Ortsstelle Villach, die gestern in Bad Bleiberg über die Bühne ging. Oder, um genauer zu sein, Einsatzort war die kleine Gondel der ORS-Materialseilbahn (Österreichischer Rundfunksender), die Bleiberg mit dem Dobratschgipfel verbindet. Als Draufgabe noch ziemlich unwirtliches Wetter mit Wind, Schnee und Regen.

"Zum Glück hatten wir in unserem Bereich bisher noch keinen solchen Ernstfall, aber trotzdem müssen wir für alle Fälle gerüstet sein", erklärt Günther Pischelsberger, seit sechs Jahren Ortsstellenleiter in Villach. Im speziellen Fall der ORS-Seilbahn hat ORS- Bereichsleiter Peter Fuchs solch eine Situation aber schon erlebt. "Aufgrund starken Sturmes konnte die Gondel nicht mehr weiterfahren, und wir mussten uns selbst abseilen." Wer nicht schwindelfrei ist und an einem Seil hoch über den Baumwipfeln schwebt, kann sich vorstellen, wie einem dabei zumute ist.

Ehrenamtlich

Damit jeder Griff im Ernstfall sitzt, sind ständige Einsatzübungen notwendig. "Für jeden Bergretter sind auch eine medizinische und technische Ausbildung verpflichtend", erklärt Pischelsberger, der rund 15 Stunden pro Woche in diese Arbeit investiert. Umso bewundernswerter, dass die Bergretter nicht nur ihre Zeit, sondern auch mitunter ihr Leben ehrenamtlich einsetzen. "Aber wenn man eine Bergung erfolgreich abgeschlossen hat, dann weiß man, warum man das tut." Dass manche Einsätze durch Leichtsinnigkeit notwendig werden, darüber ärgert sich Pischelsberger nicht mehr. "Ärgern ist nicht das richtige Wort, ich wundere mich eher, wie manche Leute in den Bergen unterwegs sind."

HARALD SCHWINGER

FAKTEN

Kärnten. Der ÖBRD-Kärnten hat über 900 Mitglieder, davon 746 aktive Bergretter, darunter auch 26 aktive Bergretterinnen. Es gibt 18 Ortsstellen.

Villach. 40 aktive Bergretter, darunter auch drei Hundeführer. Nachwuchssorgen gibt es zwar keine, Interessierte sind aber jederzeit willkommen. Als Nächstes steht eine grenzüberschreitende Liftbergeübung am Dreiländer-Eck am Programm.

Infos. "www.bergrettung.at".

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