Auch Stiefelkönig marschiert ab
Schließungsgrund: Nötige Frequenz fehlt, weil von Draupassagen noch immer nichts zu sehen ist.
Die Nachricht schlägt ein wie eine Bombe: Mit Jahresmitte zieht sich auch das traditionsreiche Schuhgeschäft Stiefelkönig aus der Bahnhofstraße zurück. "Es gibt hier einfach zu wenig Frequenz", erklärt Filialleiterin Elfriede Dietrichsteiner. 30 Jahre konnte man hier hochwertige Schuhe und Taschen kaufen. Mit Juni ist Schluss.
Hauseigentümer Hans Mosser ist verzweifelt: "Ich habe Stiefelkönig bereits wiederholt die Miete reduziert, wir haben gemeinsam gehofft, dass die Draupassagen endlich umgesetzt werden. Aber wir geben die Hoffnung langsam auf." Neben dem Stiefelkönig steht eine weitere Fläche mit 200 Quadratmetern leer.
Auch Stadtmarketing-Geschäftsführer Gerhard Angerer erklärt, der Stiefelkönig-Rückzug wäre extrem bedauerlich. "Schuhe sind eine Branche, welche die Innenstadt unbedingt braucht." Humanic hätte sich leider auch vor einigen Jahren verabschiedet. "Wir müssen überlegen, wie man wirklich reagieren soll, wenn sich die Verwirklichung des Einkaufszentrums noch weiter in die Länge zieht."
Wie berichtet, hatte ein Spittaler Werkzeughändler dem Draupassagen-Investor ernsthaftes Interesse bekundet, eine größere Fläche zu mieten. Er wartet jedoch seit Wochen vergeblich auf eine Auskunft.
"Ich habe den Eindruck, dass an den Draupassagen nicht mit der nötigen Professionalität gearbeitet wird", sagt Bürgermeister Helmut Manzenreiter. "Wir haben Rosenthal jetzt eine Frist gesetzt. Wenn sich weiter nichts tut, ziehen wir dort unser Kletterprojekt zurück." Die Umgestaltung der Bahnhofstraße könne nicht mehr warten und werde heuer in Angriff genommen. "Wenn Rosenthal allerdings all jene Betriebe hätte, die Sonntag in Treffen aufsperren dürfen und die alle Waren verkaufen, wäre das EKZ bereits in Betrieb."











