Zwei Arnoldsteiner bauen spezielle Räder aus Holz
Wolfgang Kugi und Sebastian Hochsteiner produzieren in Arnoldstein wissenschaftlich getestete Felgen aus Holz. Das ist österreichweit einzigartig. Die Konstruktionen werden für Räder und Rollstühle eingesetzt.
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Das Rad muss nicht immer neu erfunden werden - im Falle der jungen Arnoldsteiner Firma "WOW - the Wooden Wheel Company" reicht schon allein die Felge. Die soll, geht es nach den Geschäftsführern Wolfgang Kugi und Sebastian Hochsteiner, nämlich rundum aus Holz sein. "Seit gut einem Jahr sind wir mit unseren Holzverbundfelgen am Markt und produzieren verschiedene Konstruktionen für Räder und Rollstühle", erklärt Hochsteiner.
Die Idee dafür bekamen er und Kollege Kugi schon während des Studiums. "Wir haben auf dem zweiten Bildungsweg gemeinsam an der Universität für Bodenkultur Holztechnologie und Prozesstechnik gelernt und uns für die Abschlussarbeit dieses Thema ausgesucht", klärt Kugi auf. Aus dieser Idee entwickelte sich schließlich die Firma.
Die Vorteile des natürlichen Materials liegen für die innovativen "Erfinder" auf der Hand. "Holz ist leicht, leistungsstark und hochgradig zäh", erläutert Kugi. Außerdem werden dem Naturstoff besonders gute Dämpfungseigenschaften nachgesagt, "daher bieten Holzfelgen bei unruhigem Untergrund einen hohen Fahrkomfort". Für eine weitere Klientel, die Rollstuhlfahrer, kommt noch eine andere Eigenschaft gerade in der kalten Jahreszeit zum Tragen. "Holz ist ein schlechter Wärmeleiter, daher gehören kalte Greifringe der Vergangenheit an", sagt Hochsteiner. Die innovativen Jungunternehmer arbeiten übrigens auch eng mit den Rollstuhl-Sportlern Herwig Bellosch und Klaus Dolleschal zusammen. Für Letzteren entwickeln sie jetzt sogar eine eigene Felge für sein Handbike, mit dem er bei den Olympischen Spielen teilnehmen möchte. "Bei der WM in Dänemark habe ich es schon getestet und alles hat wunderbar funktioniert", ist Dolleschal voll des Lobes.
Weiterentwicklung
"Bis in die 60er-Jahre waren Holzfelgen bei Fahrrädern die Norm. Einzig die Stabilität ließ zu wünschen übrig. Genau da haben wir angesetzt und unser Produkt wesentlich weiterentwickelt", erklärt Hochsteiner.
Die Verklebung mehrerer Schichten aus einheimischem Birkenholz erfolgt wie bei Leimbindern und so lassen sich fehlerhafte Stellen gut herausfiltern. Variiert wird in der Querschnittsform und im Herstellungsverfahren. Dieses haben sie zwar nicht patentiert, es liegt aber unter Verschluss bei der Universität.
"Momentan tüfteln wir an verschiedensten Typen für Mountainbikes und Laufräder. Um uns finanziell über Wasser zu halten, machen wir Fräsarbeiten an unserer CNC-Maschine", sagt Hochsteiner. Das nächste Ziel für die Unternehmer ist das Handbike für Klaus Dolleschals Olympiaeinsatz fertigzustellen. "Und in fünf Jahren hätten wir gerne am mitteleuropäischen Markt Fuß gefasst", sind sich die Wooden Wheeler einig.













