Lastkraftwagen fuhr als "Brand-Bombe" auf A 10
Katastrophe verhindert: Autobahnpolizist fing am Montag einen stark rauchenden Sattelzug ab. Der Brand wurde gelöscht. Extrem brennbares Gefahrgut war getarnt und nicht deklariert.

Foto © KKMit Folie getarnt: die Gefahrgutfässer auf dem Hänger
Er war zu rechten Zeit am rechten Ort: Gruppeninspektor Kurt Dörfler von der Landesverkehrsabteilung Krumpendorf, derzeit der Autobahnpolizeiinspektion (API) Spittal zugeteilt, verhinderte am Montag eine Brandkatastrophe auf der Tauernautobahn A 10. Er fing einen Sattelzug ab, aus dessen Motorraum dichter Rauch quoll. Geladen hatte der Laster extrem brennbare Farben und Lacke. Bevor es zu einem Flammenmeer kam, wurde der Brand gelöscht.
Mit einem Streifenwagen fuhr Dörfler am Montag gegen 9.30 Uhr auf der A 10 in Richtung Spittal. "Bei Mautbrücken sah ich auf der Gegenfahrbahn eine weiße Rauchwand, die von einem Lkw ausging, dahinter eine Kolonne. Der dichte Rauch machte ein Überholen unmöglich."
Bei der nächsten Betriebsumkehr wendete Dörfler und fuhr mit Blaulicht dem Lkw nach, der da schon zehn Kilometer weiter gefahren war. "Bei der Abfahrt Feistritz/Drau konnte ich ihn abfangen. Ich lotste den Lkw mit deutschem Kennzeichen hinunter zur Lkw-Servicestelle Staber."
Flammen schossen aus Auspuff
Kaum hielt der Sattelschlepper an, schossen Flammen aus dem Auspuff. Geistesgegenwärtig löschte Firmenchef Franz Staber mit einem Feuerlöscher den Brand. "Beim Lkw hatte es den Turbolader zerrissen, dann kam es zum Brand", erklärt Staber.
Bei der Kontrolle der Ladung entdeckte Dörfler eine "rollende Bombe": "Auf dem Anhänger waren 24 Paletten mit 288 Fässern geladen, die alle in schwarze Folie eingeschweißt waren. Als wir diese öffneten, stellte sich heraus, dass die Fässer Farben und Lacke enthielten - extrem brennbares Gefahrgut! Vor, auf und hinter den Fässern war Papier geladen - bei Feuer extrem brandfördernd." Weder Fässer noch Lkw waren mit Gefahrgutzetteln deklariert. Der griechische Lenker und sein Beifahrer sagten, sie hätten "keine Ahnung von der gefährlichen Fracht". Bei dem Lkw wurden insgesamt 44 Übertretungen festgestellt. Lenker, Verladefirma, Beförderer, etc. werden angezeigt. Die Strafe für den Lenker beträgt 1500 Euro, für die Firmen jeweils das Dreifache.
"Hätte der Sattelzug in einem der Tunnels gebrannt, hätte es eine ähnliche Brandkatastrophe wie damals im Tauerntunnel geben können", erinnert Dörfler an das Drama vom 29. Mai 1999.










