Bunkermuseum auf Kurs zu Besucherrekord
Bis zu 200 Besucher kommen täglich ins Bunkermuseum auf dem Wurzenpass. Gemeinde Arnoldstein und Land Kärnten wollen das einzigartige Projekt mit allen Kräften erhalten.
Was hat ein PS-starkes Kajütboot im dezenten Bundesheer-Grau auf der grünen Wiese in 1000 Meter Seehöhe verloren? Diese und viele andere Fragen muss Andreas Scherer, Gründer und Leiter des Bunkermuseums auf dem Wurzenpass täglich gleich dutzendfach beantworten. "Das Boot war jahrzehntelang mit drei baugleichen bei einem Sperrregiment des Bundesheeres an der Donau stationiert. Flusssperrkompanien hatten unter anderem die Aufgabe, Kraftwerke vor Sabotageaktionen zu schützen und im Ernstfall Sprengungen von Brückenpfeilern vorzubereiten", schildert Scherer.
Im Verteidigungsministerium und im Heeresgeschichtlichen Museum "Arsenal" in Wien sieht man das Boot deplatziert, als Teil eines wissenschaftlich unkoordinierten Sammelmix, welches Scherer auf dem über elf Hektar großen Hochplateau zusammengetragen hat. Wie mehrmals ausführlich berichtet, schwelt zwischen Scherer und Verteidigungsminister Norbert Darabos seit über einem Jahr ein Konflikt um die Eigentumsverhältnisse von 21 schweren Waffen, die unter das Kriegsmaterialiengesetz fallen sollen. Erst vor zwei Wochen wurde der Bunkermuseumsbetreiber bereits zum dritten Mal aufgefordert, die 21 Kanonen, Granatwerfer, Sturmgewehre, Panzerabwehrrohre und andere Systeme an das Heeresgeschichtliche Museum zurückzugeben. "Es sind Leihgaben, aber einen Leihvertrag, wie immer wieder behauptet, habe ich nie unterschrieben", so Scherer.
Wie immer die "Causa" auch ausgehen sollte: Das Land und die Gemeinde Arnoldstein haben mehrfach ihr nachhaltiges Interesse an der Erhaltung des Museums kundgetan. Geht es nach dem Besucherinteresse, sind die Weichen gestellt. Heuer soll erstmals seit der Eröffnung im Jahr 2005 die Grenze von 4500 Interessierten aus dem In- und Ausland erreicht werden.
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FAKTEN
Andreas Scherer, Jahrgang 1967, geb.in Villach, Mag. phil., Oberst der Reserve, Beamter im Verteidigungsministerium, seit 1. Mai ohne Bezüge auf eigenen Wunsch karenziert. Arbeitet an seiner Dissertation über das Bunkermuseum. An der Donau-Universität Krems bereitet er seinen Abschluss des "Master of Arts"-Studiums vor.










