Lansacher fühlen sich überfahren
Zur Auflösung von drei Bahnkreuzungen in Lansach, Weißenstein, soll eine Überführung her. Anrainer sind uninformiert - und strikt dagegen.

Foto © ZoreAuch in der Ortschaft Lansach in der Gemeinde Weißenstein sorgt der Plan einer Überführung für Aufregung
Nach dem vorjährigen Wirbel um eine Bahnüberführung in Puch-West steigen jetzt auch die Bewohner der Nachbarortschaft Lansach auf die Barrikaden: Sie fühlen sich uninformiert und setzen sich ebenfalls gegen eine Überführung zur Wehr. "Im Jahr 2007 gab es die erste und einzige Informationsveranstaltung", empört sich Joachim Lessacher im Namen von 113 Anrainern, die eine Petition gegen das Projekt unterschrieben haben. "Damals sprachen sich 80 Prozent der Teilnehmer für eine Unterführung aus. Wir werden jetzt vor vollendete Tatsachen gestellt, es wurde keine Umfeldanalyse durchgeführt, nicht informiert." Das Ortsbild würde erheblich beeinträchtigt werden, die Lärmbelastung steigen.
Vor der Unterzeichnung
Bauherren des Projektes sind die ÖBB. Dort erklärt Sprecher Christoph Posch, man hätte mit Gemeinde und Land alle Beschlüsse herbeigeführt und stehe unmittelbar vor Unterzeichnung, schließlich solle der Bau noch heuer begonnen werden. "Eine Unterführung wäre wegen des Grundwasserspiegels technisch sehr aufwendig und teuer."
Weißensteins Bürgermeister Hermann Moser (SPÖ) ortet die Informationspflicht bei Land und ÖBB und will, im Rahmen seiner intensiven Kontakte mit den Gemeindebürgern, häufig von dem Bauvorhaben erzählt haben: "Aber ich dränge ÖBB und Land ja bereits seit Jahren, die Anrainer aufzuklären."
Landeshauptmann Gerhard Dörfler (FPK) erkennt ärgerliche Parallelen zum vorjährigen Wirbel in Puch: "Der Planer der ÖBB ist Weißensteiner, Gemeinderat und Landtagsabgeordneter; es ist schon höchst erstaunlich, wie geheimnisvoll man in dieser Gemeinde mit wesentlichen Informationen für die Bürger umgeht." Es wäre längst die Pflicht des Bürgermeisters gewesen, die Bewohner in die Umsetzung des Infrastrukturpaketes entsprechend einzubinden. Dörfler: "Durch eine dermaßen verfehlte Informationspolitik werden wichtige Projekte verzögert und vielleicht sogar gekippt!"
Features
Kommentar
Hintergrund
Projekt. Aus Sicherheitsgründen sollen die sieben Bahnkreuzungen mit der Ferndorfer Landesstraße in der Gemeinde Weißenstein auf einer Länge von sechs Kilometer beseitigt werden. Zunächst standen Unterführungen im Raum, sie wurden aus Kostengründen verworfen.
Probleme. Lediglich die Beseitigung der Bahnkreuzung in Gummern um 3,49 Millionen Euro ist derzeit auf Schiene. Allerdings wünschte sich Weißenstein einen Kreisverkehr bei der B-100-Einbindung; errichtet wird eine T-Kreuzung. Noch vor Lansach stieg die Pucher Bevölkerung im Vorjahr gegen die Überführung auf die Barrikaden, hier wird weiter neu geplant.










