"St. Jakob soll um die Post kämpfen!"
Das Postamt in St. Jakob im Rosental steht vor der Schließung. Stockenbois Bürgermeister rät seinem Amtskollegen, alle Hebel für den Erhalt des Postamtes in Bewegung zu setzen.

Foto © FanturDie Verunsicherung ist im Postamt St. Jakob groß, die Empörung bei den Ortsbewohnern und Kunden ebenfalls
Nach Bekanntwerden der Nachricht, das St. Jakober Postamt solle geschlossen werden, macht sich in der Gemeinde Verärgerung und Verzweiflung breit: "Die Post ist doch ein Standbein der Gemeinde, sie ist Teil der Infrastruktur", erklärt Gemeinderätin Ulrike Rojak. "Wer soll die vertrauensvollen Postgeschäfte denn erledigen?" Zu wenig Kundenverkehr kann als Argument für die Schließung nicht durchgehen: Fast im Minutentakt kommen St. Jakober, um Briefe abzugeben, Pakete abzuholen, Geld zu beheben.
"Vor allem die älteren Gemeindebürger wird diese Schließung hart treffen!" sieht Ordinationsgehilfin Gusti Nocnik voraus. Architekt Ralf Mikula findet die Post im Ort ebenfalls unverzichtbar: "Nicht jeder erledigt seine Geldgeschäfte oder den Briefverkehr per Internet, das Postamt war natürlich auch ein Zentrum der Kommunikation und belebte unseren Ort." Sperrt dieses zu, müsste man bis nach Velden fahren.
Stillstand
Betroffen ist auch Manfred Pichler, Mitarbeiter am St. Jakober Postamt: "Die Schließung war ja schon beim Börsegang fix, es gibt keine Rücksicht auf die Bediensteten, die in das Job- und Karrierecenter übergeleitet werden." Dies würde für die Betroffenen beruflichen Stillstand bedeuten.
St. Jakobs Bürgermeister Heinrich Kattnig versucht sich bestmöglich gegen die Schließung zu wehren und befindet auch den angedachten Postpartner - schon aus verkehrstechnischen Gründen - für nicht akzeptabel.
Kattnigs Stockenboier Kollege Hansjörg Kerschbaumer gibt dem Rosentaler den Ratschlag, für die Erhaltung alle Hebel in Bewegung zu setzen: "Unsere Post in Zlan gibt es immer noch, obwohl sie geschlossen werden sollte." Man habe bei der Regulierungsbehörde Beschwerde eingelegt und damit Erfolg gehabt. Kerschbaumer: "Wir Stockenboier wären wirklich schlimm dran, wenn es das Postamt nicht mehr gäbe, wir haben nicht einmal eine Bankstelle in unserer Gemeinde." Dann müsste man für Geldbehebungen zehn Kilometer weit nach Paternion fahren. "Auf unsere Vertretung, den Gemeindebund, können wir in Zusammenhang mit dem Thema Post ja leider nicht bauen!"
Features
KREATIVE LÖSUNGEN
Fakten. In Drobollach wurde das Postamt geschlossen. Nun hat die Werbeagentur Dieringer eine Postpartnerstelle eröffnet.
Kreativ. In Bad Bleiberg sucht man nach einer kreativen Lösung für die Postfrage: "Wir hoffen, mit Unterstützung von Arbeitsmarktservice und Post die Postmitarbeiter weiter beschäftigen zu können und damit die Post zu erhalten", sagt Vizebürgermeister Luis Fuchs. "Postarbeit statt Spazierengehen."










