Mutter "erzog" Bären zum Honigdieb
Karawankenbär von der Maria Elender Alm trägt keinen Sender. Er ist vermutlich ein Neuling in den Karawanken. Imker werden entschädigt.
1 / 5
"Der materielle Schaden wird selbstverständlich ersetzt." Für den Kärntner Bärenanwalt Bernhard Gutleb sind die Sorgen der Imker, deren "Carnica"-Belegstation - wie ausführlich berichtet - ein Bär geplündert hat, nachvollziehbar, aber unbegründet. Warum Meister Petz an der Waldlichtung in 1500 Metern Seehöhe völlig überraschend zugeschlagen hat, ist für den Experten erklärbar.
"Bären haben einen gehörigen Respekt vor Bienen. Wenn die Mutter dem Jungtier allerdings zeigt, wie man sich an den heiß begehrten Inhalt von Waben in Bienenstöcken heranwagt, ist die angeborene Barriere rasch überwunden." So ist verständlich, warum das Tier ein echtes Honigmaul ist. Zum Schutz von Bienenstöcken, die in abgelegenen Gegenden aufgestellt sind, empfiehlt Gutleb sogenannte "Haltermandeln". Der unter Leichtstrom stehende Draht erzeugt bei Berührung einen leichten Schlag. Für den Bären wäre dies eine lebenslange Lehre, um Bienenstöcke einen weiten Bogen zu machen. "Die Schutzgarantie liegt bei 95 Prozent", so Gutleb.
In den Karawanken leben - bereits seit fünf Jahren konstant - drei bis vier Bären. Das auf der Maria Elender Alm aufgetauchte Tier trägt keinen Sender und hat auch nicht ausreichend Spuren hinterlassen, um seinen genetischen Fingerabdruck bestimmen zu können. Es dürfte rund drei Jahre alt sein. Was den Kärntner Bären derzeit am meisten fehlt, sind Weibchen - zur Vermehrung. PETER KIMESWENGER











