Neues Museum bringt Abenteuer
In Fresach entsteht ein Diözesanmuseum. Ausstellung "500 Jahre protestantisches Abenteuer" geplant.
Fresach ist eine jener Gemeinden in Kärnten, in denen die Mehrheit evangelischen Glaubens ist. Dort steht auch das einzige in seiner Ursprünglichkeit erhaltene Toleranzbethaus Österreichs. Es erinnert an jene Zeit, in der es den Protestanten durch das Toleranzpatent von Kaiser Joseph II. erlaubt war, in Bethäusern ohne Kirchturm ihre Gottesdienste abzuhalten. Vorher war seit der Gegenreformation nur der katholische Glaube erlaubt.
Mittlerweile steht im Ort auch eine stattliche evangelische Kirche und das alte Bethaus beherbergt seit 1960 das evangelische Diözesanmuseum mit wertvollen Exponaten besonders aus der Zeit des Geheimprotestantismus.
Faszinosum
Das Faszinosum, dass 180 Jahre Leben im Untergrund und mehrere Verfolgungswellen die Menschen nicht von ihrem Glauben abbringen konnten, ist der Schwerpunkt einer Großausstellung "500 Jahre protestantisches Abenteuer". Sie soll im Jahre 2011 - erweitert durch Leihgaben aus anderen Bundesländern und dem Ausland in einem neuen Museum präsentiert werden. Baubeginn ist 2010. An der Ausschreibung beteiligten sich zwölf Bewerber. "Als bester Entwurf wurde von der Fachjury unter dem Vorsitz von Professor Roland Gnaiger nach elfstündiger Beratung und geheimer Auswertung der Vorschlag von "Marte.Marte Architekten" ausgesucht", sagt Superintendent Manfred Sauer. Der Plan überzeugte durch seine Multifunktionalität. Das alte Bethaus und die Kirche werden in das Ensemble eingegliedert, die Aufbahrungshalle wird abgetragen. Insgesamt wird das Projekt 4,5 Millionen Euro kosten. Das Land Kärnten übernimmt 2,7 Millionen, der Rest wird von der Evangelischen Kirche und den Nachbargemeinden beigesteuert. Bauträgerin ist die Diakonie Kärnten.
Der Direktor des Landesarchivs Wilhelm Wadl gab einen Einblick in das Ausstellungskonzept: "Das Evangelium ist sehr schriftlastig, deshalb werden wir eine Auswahl von spannenden Themen mit modernen museumspädagogischen Methoden aufbereiten."









