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Zuletzt aktualisiert: 05.12.2008 um 07:23 Uhr

SS-Gräber auf Soldatenfriedhof

In Velden liegen ein Dutzend deklarierte Gräber von SS-Soldaten neben Toten von anderen Armeen, die Opfer der NS-Kriegsmaschinerie wurden. Der Bürgermeister will das ändern.

Foto © Helmuth Weichselbraun

Durch den Diebstahl des Flick-Leichnams kam der Friedhof Velden zu unangenehmer Berühmtheit. Doch auch ein anderer Teil des Areals gibt Grund zur Besorgnis: Auf einem Dutzend Kriegsgräbern prangt unübersehbar die militärische Herkunft der Bestatteten. Neben den Grabstätten der im Zweiten Weltkrieg gefallenen Russen, Italiener, Engländer und anderen Staatsbürgern, stehen die Buchstaben der ebenso gefürchteten wie fürchterlichen "SS".

"Nie gesehen". Pfarrer Josef Leyrer ist erst seit vier Jahren in Velden. Er weiß nicht, warum und was dort geschrieben steht: "Ich habe das nie gesehen, da müsste man ja jedes Grab anschauen. Außerdem ist das nicht meine Angelegenheit, sondern Sache der Gemeinde."

Inschriften prüfen. Bürgermeister Ferdinand Vouk ist "betroffen. Sollten dort gesetzeswidrige NS-Aufschriften stehen, werde ich das Schwarze Kreuz, das für den Friedhof verantwortlich ist, bitten, das zu ändern. Immerhin ist die SS die schlimmste Verbrecherorganisation, die es gegeben hat, und es ist auch im Interesse des Schwarzen Kreuzes, das zu ändern." Erst vor 15 Jahren wurden die Gräber neu geordnet und beschriftet.

Keine Verherrlichung. Der frühere Brigadier Gerd Ebner ist Landesgeschäftsführer des Schwarzen Kreuzes, das "sich nicht nur die Kriegsgräberfürsorge zur Aufgabe gemacht hat, sondern auch die Friedensarbeit". Er hält die SS-Hinweise nicht für problematisch: "Alle Gefallenen, egal aus welchem Land, werden auf den Inschriften mit ihrem Dienstgrad und ihrer Zugehörigkeit dargestellt." Das sei keine "Verherrlichung der SS", sondern man könne aus den Friedhöfen der Opfer des Ersten und Zweiten Weltkrieges und des Abwehrkampfes lernen, "dass man sich nicht mehr mit militärischen Mitteln an die Gurgel fahren sollte. Angesichts des Kriegstodes aller Opfer soll man eine negative Sicht hintanstellen."

JOCHEN BENDELE

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