Ausbau in der Kärntner Industrie
Kärntner Industriebetriebe sind krisenresistent. Anlagenbauer Kresta kauft deutsches Unternehmen, Expan investiert kräftig in die Entwicklungsabteilung.
Der abflauenden Konjunktur zum Trotz: Kärntner Firmen bewegen sich auf Expansionskurs und begegnen damit Abschwungs-Gerüchten. So hat zum Beispiel der erfolgreiche Kärntner Anlagenbauer Kresta in St. Andrä im Lavanttal hundert Prozent der KWE Beteiligungsholding GmbH in Köln von der Münchner Industrieholding Aurelius AG erworben. Über den Kaufpreis herrscht Stillschweigen. Für den geschäftsführende Gesellschafter, Franz Kreuzer, bedeutet der Erwerb eine weitere Stärkung des Standortes St. Andrä. Der Familienbetrieb aus Köln ist im Bereich der Servisierung von Stahlbauten in der chemischen Industrie und im petrochemischen Bereich aktiv und kann damit die Position von Kresta nachhaltig stärken.
Neues Segment.
Als Lieferant von Anlagen für die Papier- und Zellstoffindustrie, sowie für erneuerbare Energien, können nun die Aktivitäten auf ein neues Kundensegment ausgeweitet werden. Für den Unternehmensgründer Franz Kreuzer ist dies der dritte Unternehmenskauf innerhalb der letzten drei Jahre (Pama und KVF).
Mehr Mitarbeiter bei Kresta. Der Erwerb des Unternehmens wird sich sowohl auf den Personalstand, als auch auf den Umsatz auswirken. "Wir erwarten für das Jahr 2008 rund 150 Millionen Umsatz, im nächsten Jahr sollen es 200 Millionen sein", rechnet Kreuzer. Der Mitarbeiterstand soll sich um 108 auf 400 erhöhen.
Expan-Good News. Erfreuliche Nachrichten kommen auch von einem Betrieb, der vor nicht allzu langer Zeit noch in der Sanierungsphase steckte: die kunststoffverarbeitende Firma Expan in Wernberg. Aus der Sanierung heraus biegt Expan geradewegs in eine Expansionsphase. "Das Headquarter in Kärnten erfährt eine massive Aufwertung", verrät Expan-Geschäftsführer Hans Köstenbauer. Vom Standort Rastatt in Deutschland - einen weiteren gibt es in der Ukraine - wurde bereits die Entwicklungsabteilung nach Kärnten verlegt, diese soll nun verstärkt ausgebaut werden. Expan erzeugt hochwertige Verpackungen für die Kosmetikindustrie, zum Beispiel die Behälter für Fructis-Haarpflegemittel. Mit einer Investition von 4,5 Millionen Euro geht auch eine Aufstockung der Mitarbeiterzahl um 20 Fachkräfte in der Kunststoffverarbeitung auf 130 einher. "Wir befinden uns in einem schwierigen Marktumfeld. Die Auftragsbücher sind voll, aber die Energiepreise explodieren", bedauert Köstenbauer. Künftig möchte das Kärntner Unternehmen mit gezielten Designvorschlägen Dienstleistung anbieten und damit die Wertschöpfung erhöhen.
Lösung für Villiglas. Für die in Schwierigkeiten geratene Villiglas in Sittersdorf, wo Köstenbauer Gesellschafter ist, zeichnet sich eine Lösung ab: Im Herbst soll sich Philip Daniel Merckle, ein Mitglied der Eigentümerfamilie des Milliardenunternehmens Ratiopharm, daran beteiligen. Die ZelezarnaRavne plant, in Kürze ein Logistikzentrum in Bleiburg zu errichten.










