Kärnten-Hotels Vorbilder für Krasnodar
Hochrangige Delegation aus Krasnodar nimmt Maß an Kärntner Hotels. 5000 Hotelzimmer sollen an der Schwarzmeerküste entstehen.
Der Leiter des Departements für Architektur und Städtebau, Jurij Rysin, ist derzeit ein viel beschäftigter Mann in der Region Krasnodar. Gilt es doch nicht nur die Infrastruktur vom Flughafen bis zu den Seilbahnen für die Olympischen Spiele 2014 in Sotschi zu entwickeln, sondern auch die Schwarzmeerküste tourismustauglich zu machen.
Tourismus Knowhow. Dass sich Rysin dabei Österreich und Kärnten zum Vorbild nimmt, hat für ihn einen einleuchtenden Grund: "Österreich hat das umfassendste Knowhow was Tourismus, Energie und Bauwirtschaft betrifft, wir könnten uns kein besseres Vorbild nehmen." Rysin, der am Wochenende an der Krasnodar-Konferenz in Wien teilnimmt, kam auf Einladung seines Kärntner Freundes, dem Hoteleinrichter Robert Wolte nach Kärnten, der unter anderen das Ritz Carlton in Berlin eingerichtet hat. Rysin: "Durch dieses Hotel wurden wir auf Wolte aufmerksam."
Konzepte. Weitere Beispiele gelungener Hotelkonzepte wurden Rysin und seinem Stellvertreter Igor Mazurok am Mittwoch in Kärnten gezeigt: Das Falkensteiner Hotel Carinzia und das Hotel Schloss Velden. "Wir wollen für den Hotelbau Kärntner Spezialisten anlocken und deren Erfahrung nützen", sagt der Russe. Die Firma Wolte & Partners soll schon demnächst ein Hotel in Krasnodar, der Hauptstadt der gleichnamigen Provinz, einrichten. "Hier lebt die Geschichte in den Gebäuden, nirgends revitalisiert man einfühlsamer", lobt der Russe. 5000 Hotelzimmer werden in den nächsten Jahren an der Schwarzmeerküste gebraucht, denn die Zahl von 15 Millionen Gästen, hauptsächlich Einheimische, soll bis 2020 auf 20 Millionen erhöht werden. Ein weiteres Ziel der Russen sei, sich an einschlägigen österreichischen Unternehmen zu beteiligen.
Infrastruktur. Für die Entwicklung der Infrastruktur - beispielsweise soll die 1800 Kilometer lange Don-Autobahn von Moskau nach Krasnodar erneuert werden, die vier Häfen Tomanj, Novorossijsk, Sotschi und Tuapse ausgebaut und der Flughafen Sotschi neu gebaut werden. Für die ehrgeizigen Vorhaben, die bis 2013 realisiert werden müssen, stehen 22 Milliarden Dollar zur Verfügung.
Umdenken bei der Energie. Das Erfreuliche: Bei allen Baumaßnahmen hat ein Umdenken stattgefunden. "Kein Projekt wird ohne Umweltverträglichkeitsprüfung und internationale Umweltgutachten in Angriff genommen", betont Rysin. In Kärnten widmete er sich auch der Nutzung Alternativer Energien. Kelag-Aufsichtsratsvorsitzender Günter Pöschl begleite Rysin auf seiner Kärnten-Tour, Unterstützung wurde zugesagt. Auch Biomasse ist ein Thema, trotz enormer Erdgasvorräte, möchte man den vorhandenen Holzreichtum nützen.
Treffen. Bei einem Treffen lud Rysin Landeshauptmann Jörg Haider mit einer Wirtschaftsdelegation im Herbst nach Krasnodar ein.











