Viele leihen, wenige kaufen Schi
Schihersteller haben es derzeit schwer. Der Trend zur Leihe und wenig Schnee in Städten nagt am Absatz der Brettln.

Foto © APAWedeln auf geliehenen Schiern scheint im Trend zu liegen
Der heurige Winter war nicht einfach", weiß Walter Knauder vom Kärntner Schihersteller Pale. Bis Jänner hätten sich Schier ob der frühen Schneelage in der Saison sehr gut verkauft, doch dann kam der Knick. Die Problemzone für die Brettl-Hersteller waren die Städte. "Hier haben die Kunden ausgelassen", meint Knauder. Dafür wäre das Geschäft in den Schiregionen überdurchschnittlich gelaufen.
Trend: ausleihen. Die Kärntner spüren - ebenso wie die ganz Großen der Branche - den Trend zum Schiverleih. Wer immer das Top-Modell fahren will und nicht oft Schi fahren geht, für den wird die Leihe immer interessanter.
300.000 Schier. Pale stellen heuer 100 bis 150 Mitarbeiter (je nach Auslastung) in St. Stefan im Lavanttal rund 300.000 Schier und Snowboards für verschiedene Marken her. Genaue Zahlen könne man derzeit noch nicht nennen, weil die Saison noch nicht vorbei ist. "Später als sonst kommen die letzten Orders herein", heißt es vom Pale-Verkaufsleiter Knauder.
Schlechte Ergebnisse. Bei Blizzard und Atomic hat man schon Bilanz gezogen - und die schaut gar nicht gut aus. Die beiden Salzburger Schi-Produzenten haben auch in diesem Winter schlechte Ergebnisse eingefahren.
Einbußen. "Im vergangenen Winter hatten wir ein Minus von 30 Prozent, und heuer haben wir nur einen ganz kleinen Teil wieder aufgeholt", bilanzierte gestern Atomic-Geschäftsführer Michael Schineis. Die genauen Zahlen für das erste Quartal 2008 liegen allerdings noch nicht vor. Einbußen habe es auch bei den Langlaufskiern gegeben, weil in Skandinavien wenig Schnee lag. In dieser Sparte könne sich aber mit einem guten Winter wieder alles normalisieren. Zufrieden zeigte sich der Atomic-Boss mit dem Skischuh-Verkauf. Zum einem haben sie die ideale Passform, andererseits werden sie aus hygienischen Gründen gekauft.
Guter Saisonstart. Schuld am heuer schlechten Geschäft war auch der laue Winter 2006/07. Die Händler haben heuer den guten Saisonstart genutzt, um Altware abzuverkaufen. Zur obligatorischen Vororder wurde - anders als sonst üblich - nichts nachbestellt.
Konsolidierung.Dennoch wird in den Fabriken derzeit auf Hochtouren produziert. Bei Blizzard nicht zuletzt deswegen, weil auch Nordica-Ski erzeugt werden. Ab 2009 werden dann auch Modelle von Salomon bei Atomic in Altenmarkt produziert, weil das Werk in Frankreich geschlossen wird, auch Teile aus Rumänien könnten nach Salzburg verlagert werden. Dem Weltmarktführer Rossignol steht vor großen Veränderungen bevor, bis Ende Juni soll der Verkauf über die Bühne gehen.
Keine Stellungnahme. Vor Problemen soll auch der Elan-Konzern stehen, berichteten in der Vorwoche slowenische Medien. Ob auch das Kärntner Schi-Werk in Fürnitz betroffen ist, ist nicht bekannt. Bei Elan war niemand für eine Stellungnahme erreichbar.
Features
Schimarkt Österreich
3,5 Millionen Paar Schier wurden 2006/07 weltweit verkauft. In Österreich waren es 350.000 bis 380.000. In normalen Jahren sind es 500.000 Paar.
Marktführer ist Atomic mit rund 30 Prozent.










