Er manikürt alte Bäume
Michael Ceron (44) aus Faak am See ist Kärntens ältester zertifizierter Großbaumpfleger. Sein Arbeitsplatz sind alte Linden und Platanen.

Foto © ZoreSchwindelfrei bis in die Haar- (und baum-)spitzen: Michael Ceron an einem seiner Arbeitsplätze
Michael Ceron hat einen Job ganz an der Spitze - von Platanen, Linden und Eichen. Der Villacher ist ausgebildeter Großbaumpfleger (auf lateinisch Arborist) und mit 44 in seinem Job der älteste kärntenweit. "Mit den Kollegen Andreas Mörtlitz und Wilhelm Matzer haben wir einen seltenen Beruf, den man sicher nicht bis ins hohe Alter machen kann", lacht der schwindelfreie Mittvierziger.
Trapezkünstler. Wie ein Trapezkünstler hangelt sich der Single mit eigener Gärtnerei in Faak am See per doppelter Seilklettertechnik von Ast zu Ast und kontrolliert die Gesundheit alter Bäume. "Ich putze alte Äste aus und befreie den Baum von Totholz", erklärt Ceron die "Baummaniküre". Gelernt hat er das in Schulungen der "Internationalen Gesellschaft für Baumpflege" (ISA) in Wien. Ceron umarmt Bäume aber nicht nur seines Berufes wegen: "Alte Bäume sind etwas Wunderbares. Im Rosental stehen bis zu 400 Jahre alte Linden, die sind wunderschön."
Plaketten für Bäume. Wenn es nach Ceron ginge, bekäme jeder alte Baum eine Plakette an seinen Stamm: "Alte Bäume sind Naturdenkmäler, wie Häuser", sagt er und bedauert, dass so wenig Anträge im Land dafür gestellt werden. Dass Bäume auch einen materiellen Wert haben können, weiß Ceron durch seinen Job als Baumwert-Sachverständiger: "Wird zum Beispiel ein Baum umgefahren, errechne ich seinen Sachwert." Und den muss dann unter Umständen die Versicherung berappen.











