15-Jähriger bei Explosion getötet
In Landskron experimentierten drei Jugendliche mit Schwarzpulver. Es kam zur Explosion. Ein 15-Jähriger erlitt tödliche Verletzungen. Ein weiterer Junge ist schwer verletzt. Polizeikommandant fordert nun strengere Kontrollen.
Nach ersten Angaben des Roten Kreuzes hantierten am Freitagnachmittag Jugendliche mit Sprengstoff. Beim Sprengstoff soll es sich um Schwarzpulver gehandelt haben. Beim Hantieren mit dem Pulver ging das Material hoch. Die Explosion in Landskron forderte ein Todesopfer, einen Schwer- und einen Leichtverletzten.
Gefährliche Experimente. Der Bursche hatte mit zwei gleichaltrigen Freunden mit Schweizer Krachern experimentiert. Insgesamt 120 Schweizer Kracher hatten Matthias B. und seine
Freunde in seinem Zimmer zerlegt und das explosive Gemisch in einen
Metallbehälter gefüllt. Den Behälter wollten sie später mit einer
selbst konstruierten Fernzündung außerhalb des Hauses zur Explosion
bringen. Die Burschen stellten laut Polizei einige "Testversuche" mit
dem explosiven Gemisch an, durch eine Fehlleistung kam es schließlich
zur Detonation.
Elternhaus. Die drei hatten im Zimmer des HTL-Schülers im Villacher Stadtteil Landskron rund 60 bis 70 Kracher zerlegt, berichtete der Villacher Stadtpolizeikommandant Erich Londer der APA. Gegen 17.15 Uhr krachte es plötzlich. Die Eltern des Buben, die zu Hause waren, hielten Nachschau und fanden zu ihrem Entsetzen ihren Sohn leblos am Boden liegend vor. Für ihn kam jede Hilfe zu spät. Der 15 Jahre alte Bursche aus Villach hat sich zum Zeitpunkt der
Detonation direkt über den Metallbehälter voll Schwarzpulver gebückt.
Das gab die Polizei Villach am Abend bekannt.
Verletzungen. Sein gleichaltriger Freund, der in die
Intensivstation des LKH Villach eingeliefert wurde, erlitt entgegen
ersten Meldungen keine körperlichen Verletzungen.
Die intensivmedizinische Betreuung wurde auf Grund der Schwere des
Schockzustandes notwendig. Auch der dritte beteiligte 15-Jährige -
alle drei gehen in der Höheren Technischen Lehranstalt in Ferlach zur
Schule - blieb unverletzt, musste aber wegen des Schocks medizinisch
betreut werden.
Beide Schüler konnten mittlerweile das Krankenhaus
verlassen.
Eindringendes Metall. Der aktuelle Ermittlungsstand weißt darauf hin, dass wahrschienlich ein Metall dem Schwarzpulver hinzugefügt wurde und es so zu der Explosion kam. Dabei kam es zu so einem lauten Knall, dass er im ganzen Wohnhaus zu hören war. Zur Zeit untersuchen die Einsatzkräfte, ob von dem bei der Explosion enstandenem Gas noch Gefahr ausgeht.
Rückblick. Erst in der Silvesternacht hatte ein Brüderpaar aus Villach einen Feuerwerkskörper aus rund 9.000 Schweizer Krachern gebaut. Bevor sie den Sprengsatz jedoch zünden konnten, wurden sie von einer Polizeistreife überrascht, die lebensgefährliche Konstruktion wurde beschlagnahmt.









