Quälerei: Nur ein Apfel für 1800 Nerze
Wieder Erfolg der Polizei im Kampf gegen fragwürdige Lebend-Tier-Transporte. Holländischer Sattelzug mit 1800 Nerzen gestoppt. Alarm um Virus.

Foto © ZoreDie Tiere hätten von Polen nach Triest und mit der Fähre weiter nach Griechenland befördert werden sollen
"Das ist einfach kriminell". Ein Tierschützer hält mit seiner Meinung über einen Lebend-Tier-Transport, der Montagvormittag auf der Südautobahn bei Arnoldstein gestoppt wurde, nicht zurück. Es war gegen 10 Uhr als auf der Richtungsfahrbahn Italien auf der Höhe der "Südrast" den beiden Polizisten Stefan Wohlmutter und Ludwig Heber von der Autobahnpolizei Villach ein Tiertransporter mit holländischem Kennzeichen ins Auge sprang.
Illegaler Transport. Die Polizisten lotsen das Schwerfahrzeuge mit dem dreistöckigen Sattelauflieger auf den Parkplatz. Bei der Kontrolle des 35-jährigen Lenkers aus Deutschland und des Fahrzeuges stellte sich rasch heraus: der Transport ist illegal unterwegs. Die Beamten verständigten Abteilungsinspektor Norbert Rohseano von der Verkehrsabteilung. Dieser schaltete später auch gleich den Landeskontrolleur für Tiertransporte, den Ferlacher Tierarzt Alexander Rabitsch ein.
Ein Apfel für 1800 Nerze.
Bilanz der Experten: "Für 1800 Nerze, die von Polen nach Triest und mit der Fähre weiter nach Griechenland befördert werden sollten, fand sich als Futter am ganzen Lkw nur ein Apfel", schildert Norbert Rohseano. Auch die Tränken funktionierten nicht. Ein entkräftetes Tier musste eingeschläfert werden. Am Nachmittag schlug Veterinär Alexander Rabitsch Alarm: "Der Nerz war mit dem hochansteckenden Parvo-Virus infiziert."
Keinen Befähigungsnachweis. Nachdem der Fahrer weder eine Lizenz für den Transport noch einen persönlichen Befähigungsnachweis samt Fütterungsnachweis für Lebend-Tiertransporte vorweisen konnte, wurde der Lkw unter Polizeiaufsicht kurz vor der italienischen Grenze auf der Autobahn abgestellt. Die Transportfirma war bemüht, einen Ersatzfahrer nach Arnoldstein zu schicken - mit ausreichend Futter.
3400 Euro Strafe.
Alexander Rabitsch setzte alle Hebel in Bewegung um den Empfänger des Transportes, der vermutlich in Griechenland mit den Tieren eine Nerz-Farm aufbauen will, vom Virusfall zu informieren. Zudem wurden Strafen in der Höhe von insgesamt 3400 Euro verhängt.
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