Die Sackgasse Einsamkeit
"neuebuehnevillach" lockt mit der nächsten Uraufführung: Im Fokus von "Penny Lane" steht eine Singlefrau, die im virtuellen Netz gefangen ist.
Den Beatles-Song "Penny Lane" hören, küssen und lieben - diese einfache Reihenfolge bestimmte einmal das Leben von Susanna. Doch das ist nur noch eine Erinnerung in der Momentaufnahme, die Autor Gabriel Barylli von einem einsamen Frauenleben in "Penny Lane" macht. "Susanna ist eine Singlefrau zwischen 35 und 40 Jahren, die sich aus der realen Welt zurückgezogen hat", erklärt Waltraud Hintermann von der "neuenbuehnevillach", die das von Michael Gampe inszenierte Stück in einer Co-Produktion mit dem Wiener Theater Drachengasse morgen uraufführt.
Fakten
Premiere: 9. Jänner, 20 Uhr, "neuebuehnevillach"; weitere Termine: 10., 11., 12., 16., 17., 18., 19., 23., 24., 25., 26., 30., 31. Jänner, und 1., 2. Februar;
Karten: Tel. (042 42)273 41 oder im Internet unter www.neuebuehnevillach.at
Das Internet ist das neue Zuhause der vom Leben Enttäuschten. Ihrem Spracherkennungs-
programm diktiert Susanna endlose E-Mails an ihre Freundin Isabell, mit der Funkstille herrscht, seit diese mit Mann und Kind im Norden lebt. Sie wirft ihr vor: "Sieben verdammte, lange Jahre ist es her, dass wir unseren letzten gemeinsamen Kaffee getrunken haben. Zu lange!" Dennoch enthüllt ihr Susanna, die von der Wienerin Alexandra Maria Timmel verkörpert wird, ihre größten Geheimnisse. Sie berichtet schonungslos offen von gescheiterten Beziehungen und von ihren katastrophalen Begegnungen mit Männern, die sie sich aus dem Netz geangelt hat. Für diese soll sie "die geile Pannenstreifensklavin, die fette Gretel oder die spirituelle Beschnittene" sein.
Synchrones Empfinden. Ihr trauriges Resümee: "Die zwei, drei Mal, wo ich raus bin, um einen von denen tatsächlich zu treffen, waren genug an Realität." Aber bevor die Singlefrau endgültig in der Resignation versinkt, dringt ein kleiner Hoffnungsschimmer aus dem Internet in die dunkle Sackgasse Einsamkeit - eine Stimme, die vorgibt, mit Susanna "synchron" zu empfinden.











