Peter Smoley hat Freude durch Farben
Peter Smoley (45), der das Titelbild der heutigen Kleinen Zeitung gestaltet hat, kam mit dem Down-Syndrom zur Welt. Er lebt und arbeitet in einem Heim in Treffen.

Foto © PeutzPeer Smoley bei der Arbeit im Atelier der Stiftung de La Tour in Treffen bei Villach
Düster ist es dieser Tage vielerorts. Doch in Treffen gibt es so manchen Lichtblick. -Nicht nur, weil sich dort der Nebel meist schon früh auflöst: Farben machen in dem Ort nahe Villach das Leben mancher Menschen froh. Das Leben von Menschen, die es schwer hätten, würden sich die Mitarbeiter der Diakonie nicht so liebevoll um sie kümmern.
Talente entdecken. Es sind beeinträchtigte Menschen, die in den Räumen der evangelischen Stiftung de La Tour leben und arbeiten. Männer und Frauen, deren intellektuelle Fähigkeiten schwach ausgeprägt sind. Deren Potenzial aber so lange ausgelotet wird, bis man ihre Talente entdeckt.
Titelbild. So geschehen bei Peter Smoley, der das Titelbild der heutigen Ausgabe der Kleinen Zeitung gemalt hat. In Öl quasi - mit Ölkreide. Ohne zu ahnen, wie groß sein Publikum einst sein würde, hat er "Josef und Maria mit dem Christuskind" auf Leinwand geholt.
Ausdrücken über Kunst. Peter Smoley ist mit dem Down-Syndrom zur Welt gekommen: Durch eine Genmutation ist das 21. Chromosom bei ihm verdreifacht. Seine kognitiven Fähigkeiten leiden darunter. Daher fällt es ihm schwer, sich mit Worten auszudrücken. Aber mit Farben gibt er den Ton an, daran zweifeln auch Experten nicht.
Mühevolles Lernen. Aufgewachsen ist Peter Smoley bei seiner Mutter und bei der Großmutter in Klagenfurt. Bis zu seinem 19. Lebensjahr besuchte er eine Sonderschule, um mit großer Mühe das Sprechen, das Lesen, das Rechnen und das Schreiben zu erlernen. Beim Verein Lebenshilfe in Klagenfurt hat er dann als Monteur gearbeitet.
Ein Künstler. Bis 1992, da kam Smoley nach de La Tour. Wenig später fiel auf, dass in dem kleinen Mann ein großer Künstler steckt. Bei handwerklichen Tätigkeiten, mit denen ihn die Stiftung zunächst beauftragte, schlief er immer wieder ein. "Aber als ihm eine Betreuerin Leinwand und Farben gab, ist er sofort aufgewacht", erzählt Christine Stotter, Kunstmanagerin von de La Tour.
Stellenwert. Peter Smoley ist jetzt einer von acht Künstlern, die täglich in jener Kunstwerkstatt in Treffen arbeiten, die schon mehreren apriori beeinträchtigen Menschen zu deren Stellenwert in der bildenden Kunst verhalf. Einer von ihnen ist Willibald Lassenberger.
Künstlerische Autonomie. Jonas Seebacher ist der Betreuer, dem Peter Smoley am meisten Vertrauen schenkt. Sein Coach gewissermaßen. Sein Übersetzer, ein Freund, der Anregungen gibt, der Themen vorschlägt. "Ohne in den künstlerischen Prozess einzugreifen", betont Seebacher.
Durch Farben. Was andere Künstler über Formen kommunizieren, bringt Peter Smoley vor allem durch Farben zum Ausdruck. "Was uns abstrakt scheint, ist es für ihn aber absolut nicht", sagt der Heidelberger Professor Max Kläger, der sich seit Jahrzehnten mit der Kunst beeinträchtigter Menschen befasst.
Ritual. Ist ein Bild fertig, so vollzieht Peter Smoley ein Ritual: "Fertig!" sagt er, schiebt es auf der Staffelei ganz nach oben und vollführt eine Drehung - stehend oder mit seinem Sessel. Erntet er für sein Werk dann noch Lob, so schließt sich für ihn ein Kreis. So fühlt er sich nicht mehr ausgeschlossen aus einer Gesellschaft, in der es jene viel leichter haben, die 08/15-Fertigkeiten wie das Lesen, das Schreiben und das Rechnen besser beherrschen als er.
Features
Zur Person
Peter Smoley wurde am 8. Februar 1962 in
Klagenfurt geboren.
Das Down Syndrom, mit dem er zu Welt kam,
beeinträchtigt seine kognitiven Fähigkeiten.
1992 zeigte sich im Heim der Stiftung de La Tour in Treffen sein Talent als Künstler. Seither malt er.
Seit 1995 stellt er aus. Auch international.
Foto

Bild vergrößernKleine Zeitung Titelbild vom Weihnachtstag: "Maria und das Christuskind"Foto © De La Tour














