Arzt wollte riskantes Mittel spritzen
Patient erhielt im LKH Villach Rezept für ein Medikament, das schon vor über zehn Jahren vom Markt genommen wurde. LKH bedauert Vorfall.
Ein Arzt am Landeskrankenhaus Villach hat sich beim Verschreiben verschrieben: Er stellte Franz Petelin ein Rezept für "Arteparon Ampullen", ein Knorpelaufbau-Präparat, aus. Nur: Das Mittel ist seit über zehn Jahren nicht mehr zugelassen! Laut dem "Arzneitelegramm" von 1992 sollen "Todesfälle nach anaphylaktischen Reaktionen im Zusammenhang mit Arteparon" aufgetreten sein.
Abklärung. Petelin: "Der Arzt meinte noch, das Mittel sei sehr gut fürs Knie. Ich soll es in der Apotheke holen, er wird es mir dann spritzen." Zwecks Abklärung der Kosten ging Petelin zuerst zur Sozialversicherungsanstalt der Geweblichen Wirtschaft. Dort erhielt er nur die Auskunft, dass "Arteparon" nicht bezahlt wird, da es laut Studien nicht hilft. Er vertraute dem LKH-Arzt und wollte es sich privat kaufen. . .
Vom Markt genommen. In einer Apotheke wurde Petelin dann aufgeklärt. Das Präparat ist Anfang der 90er Jahre vom Markt genommen worden. Die Österreichische Apothekenkammer bestätigte dies gegenüber der Kleinen Zeitung. Ralph Spernol, medizinischer Direktor des LKH Villach, zum ausgestellten Rezept: "Das liegt in der persönlichen Verantwortung des Arztes. Eine individuelle Fehlleistung. Ich werde dem betroffenen Arzt raten, sich beim Patienten zu entschuldigen."











