3000 Bussarde in Kärnten gezählt
Österreichweit einzigartiges Projekt in Arnoldstein: Im Greifvogelzugcamp beobachteten Forscher in Kärnten den Zug des Wespenbussards von den Alpen nach Afrika.

Foto © APA (Symbolbild)
Bei Arnoldstein haben sich in den vergangenen Wochen Forscher und Schaulustige zusammengefunden, um an einem in Österreich einzigartigen Projekt teilzunehem. Auf einem Hang in der Nähe der italienischen Grenze wurde das erste österreichiche Greifvogelzugcamp eingerichtet. Mit Hilfe von Ferngläsern und Spektiven beobachte und zählte man vorbeifliegende Wespenbussarde.
Seltener Vogel. Dieser seltene Vogel wurde immer wieder rund um Arnoldstein und Thörl-Maglern beobachtet. "Aus diesen Zufalls-Sichtungen ist die Idee zur wissenschaftlichen Zählung entstanden", sagt Remo Probst, Geschäftsführer von BirdLife Kärnten.
Überflug. Warum genau in der Gegend an der italienischen Grenze? "Die vor allem in Ostösterreich angesiedelten Vögel überwintern im tropischen Afrika und überfliegen von Ende August bis Anfang September die Ostalpen. Die Gegend um Arnoldstein ist für uns besonders interessant, weil die Vögel sich dort sammeln und dann über das Kanaltal nach Italien gelangen", erzählt Probst,
Sensation. Das Ergebnis des Projekts war sensationell. "Wir haben insgesamt mehr als 3000 Wespenbussarde gezählt - das ist der höchste Wert, der jemals in den Ostalpen beobachtet wurde", freut sich Probst. Während der Beobachtungen stellte sich auch die eine oder andere zusätzliche Überraschung ein: So erblickten die Ornithologen einen der extrem seltenen Zwergadler.
Harmloser Vertreter. Das zu großen Teilen vom Naturwissenschaftlichen Verein für Kärnten finanzierte Projekt ist von überregionaler Bedeutung: Die beteiligten Forscher stehen in engem Kontakt mit Vogelkundlern aus ganz Europa. Der Wespenbussard ist im Übrigen ein richtiger Sympathieträger. Mit seinem Namensvetter, dem Mäusebussard, hat er nichts zu tun: Er ist harmlos und ernährt sich von Wespen und Larven.
Features
Flugverkehr
Auf einem Hang nahe Arnoldstein errichteten Vogelforscher das erste österreichische Camp zur Beobachtung des Vogelzugs von Greifvögeln. Der Gebirgseinschnitt im Kanaltal, der Kärnten mit Italien verbindet, ist ein idealer Platz für regen Flugverkehr während des Vogelzugs.
"Steckbrief"
Der Wespenbussard wird 55 bis 60 cm groß und hat eine Flügelspannweite bis zu 150 cm. Er wiegt 500 bis 1000 g.
BirdLife
Lust auf mehr Info? Remo Probst ist erreichbar unter Telefon 0650/ 247 35 43.











