Umwerfend komische Musiker und gelungene Lach-Fugen
Die Wiener Musikkomiker Mnozil Brass blödelten sich beim Carinthischen Sommer gekonnt durchs Programm.
Singend, tanzend, pantomimisch, mit den Nasenlöchern flötend und natürlich auch richtig blasend boten Mnozil Brass Freitagabend beim Carinthischen Sommer "Das Gelbe vom Ei". Das Wiener Septett aus Trompeten, Flügelhorn, Posaunen und Tuba brachte im Congress Center Villach neben neuen Nummern auch einen Überblick über die letzten 15 Jahre zu Gehör.
Herrlicher Nonsens. Die umwerfenden Musikkomiker um Thomas Gansch mit ihren schrecklich altmodischen Anzügen samt Orden und altväterischen Krawatten boten herrlichen Nonsens. Dabei nahmen sie ohne Genierer alles und jeden aufs Korn. Umwerfend komisch etwa die Uraufführung eines atonalen Stücks mit einem Maestro als eitlen, sich verbiegenden Selbstdarsteller und einem Karotten essenden Solisten, oder die akustischen "Duelle" zwischen einzelnen Instrumenten oder die "Leierkasten"-Zugabe.
Oper, Schlager, Tänze. Despektierlich wurde die gesamte Musikgeschichte ins Konzert vermanscht. Es herrschte ein wildes, verfremdetes Durcheinander von Fetzen aus der Oper (Rossinis: "Wilhelm Tell"), Schlagerschnulzen ("Heidi" oder "Ramona"), einer barocken Bläsertoccata über rustikale Tänze und Märsche bis zur Operette ("Wiener Blut") und Jazzstandards. Dabei wurde mit solcher Spontaneität geblödelt, dass das ausgebuchte Congress Center aus allen Lach-Fugen geriet. Das Publikum dankte mit stehenden Ovationen.











