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Zuletzt aktualisiert: 29.07.2007 um 05:10 Uhr

Der Villacher Kirchtag wird immer jünger

Vor fünf Jahren begann der Villacher Kirchtagsverein mit seiner Quailtiäts-Offensive und hat so das Image ordentlich entstaubt. Das Publikum wird seither immer jünger.

Villachs Bürgermeister Manzenreiter betont, dass der Jugendschutz auch beim Kirchtag höchste Priorität hat

Foto © APAVillachs Bürgermeister Manzenreiter betont, dass der Jugendschutz auch beim Kirchtag höchste Priorität hat

Langjährige Tradition und unverfälschtes Brauchtum sind Begriffe, die dem Villacher Kirchtag unbedingt zugeordnet werden müssen. Für jüngere Semester könnten diese Attribute einen Hauch von Langeweile und Fadesse vermitteln. Nicht aber in Villach. Hier laufen, wie so oft, die Uhren anders - wenn auch der Kirchtag selbst schon 64 Jahre auf dem Buckel hat.

Zugang für Jugend. "Das Publikum wird nachweislich jünger", bestätigt etwa Kirchtagsvereins-Obmann Richard Pfeiler. Vor fünf Jahren begann die Qualitätsoffensive des Vereins, die unter anderem auch versuchte, das Image zu entstauben und aufzupolieren. "Genau das haben wir inzwischen erreicht und der Jugend einen Zugang zum gelebten Brauchtum ermöglicht", erläutert Pfeiler.

"Szenekirchtag". Um sich neben der urigen, unverfälschten Musik - die sich auf fünf Bühnen entlang des Hauptplatzes abspielt - auch bei den Jungen Gehör zu verschaffen wurde etwa der "Szenekirchtag" ins Leben gerufen. Unter einer 600 Quadratmeter großen Plane bieten vier In-Wirte Stimmung abseits von Harmonika-Klängen mit der Live-Gruppe Meilenstein. "Bei uns herrscht Stimmung in Lederhosen", beschreibt Mitorganisator Christoph Pfeiler das Geschehen. Aufmachung und Konzeption haben Konzertcharakter für bis zu 2200 Personen.

Kirchtag als Treffpunkt. Vom Organisations-Team bis zu den Laderinnen sind beim größten Brauchtumsfest Österreichs überall junge Menschen involviert - mit Begeisterung, versteht sich. Wie etwa Anja Smolak, Assistentin der Geschäftsführung des Vereins Villacher Kirchtag. "Ich habe eine ganz besondere Beziehung zu diesem Fest", gesteht die 25jährige. Ihr wurde quasi die Begeisterung in die Wiege gelegt, ist sie doch just in der Brauchtumswoche geboren.

"Tradition wird gelebt". "Mir gefällt es, dass die Tradition in Villach so intensiv gelebt wird. Das ist ein Stück Identität", so Smolak, die bereits mehrere Jahre in Frankreich und Brasilien gelebt hat. Die bekennende Trachten-Liebhaberin sieht den Kirchtag auch als Treffpunkt - gerade für Jugendliche, "schließlich ist er international und man lernt bei dieser guten Stimmung leichter Leute kennen."

"Von Klein auf dabei". Das wird heuer auch Lisa Amlacher aus Spittal bemerken, wenn sie als eine der jüngsten Laderinnen mit der Bauerngman die Besucher hochleben lässt. "Ich war von klein auf bei den Umzügen mit dabei, weil mein Vater einen engen Bezug zum Kirchtag hat." Wenn auch ihr Interesse ein paar Jahre lang nachgelassen hat, so entdeckte sie es heuer mit umso größerer Begeisterung wieder. "Ich schätze jetzt das Brauchtum und wie es hochgehalten wird", erzählt die 18jährige BORG-Schülerin. Für sie wird der Kirchtag allerdings anstrengender verlaufen, als für manch anderen. "Mein Tag als Laderin beginnt um 6.30 Uhr in voll justierter Gailtaler Tracht und dauert dann bis spät in die Nacht", weiß sie jetzt schon.


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