Fremdgänge im Villacher Congress Center
Die Nürnberger Philharmoniker & Jasminka Stancul.

Foto © www.villach.at/Villacher Congress Center
Auch ein Musikverein kann einmal fremdgehen. Weil man vor einem Jahr mit einer angekündigten, mittlerweile schon wieder abgesagten Sanierung des Klagenfurter Konzerthauses im heurigen Frühsommer rechnen musste, fand das letzte Konzert dieser Saison im Villacher Congress Center statt. Und gleich zu Beginn legten die Nürnberger Philharmoniker tüchtig los: mit Don Juan, dem Geniestreich des erst 24-jährigen Richard Strauss. Mit stürmischem Temperament wurde unter der energiegeladenen Stabführung von Christof Prick die ganze Sinnlichkeit des Orchesterklangs herausgearbeitet.
Brilliant. Bei Mozarts Klavierkonzert Nr. 9 in Es-Dur KV 271, das der Pianistin Louise-Victoire Jenamy gewidmet wurde und das bis heute durch einen Lesefehler den Beinamen "Jeunehomme" trägt, erlebte man eine großartige Solistin mit perfekter Geläufigkeit und Griffsicherheit. Jasminka Stancul brillanter, kraftvoller Stil vermag aber auch feine Töne zu produzieren. Nur im zweiten Satz des Werkes fehlte es ihr an Gefühlstiefe und dem Orchester an Duftigkeit.
Beethovens populäre 4. Symphonie gefiel dann besonders: Wies sie doch all die klassische Heiterkeit, die Farbigkeit sowie den hellen und lockeren Charakter auf, der ihr eigen ist. Viel Beifall!











