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Zuletzt aktualisiert: 06.05.2007 um 15:08 Uhr

Kärntner E-Boot macht Verbrennungs-Motorbooten Konkurrenz

Hightech-Elektroflitzer "Julika 660" erreicht 45 km/h mit Lithium-Polymer-Akkus.

Foto © APA

Elektroboote hatten bisher den Nimbus von behäbigen Gefährten, ideal für Familienausflüge. Als echt sportlich gelten Freizeitkapitäne nur, wenn sie über den Gashebel einen ordentlichen Verbrennungsmotor aufheulen lassen. Der Kärntner Bootsbauer Wolfgang Schmalzl will mit seinem Hightech-Elektroflitzer "Julika 660" nun den Stinkern das Fürchten lehren und nebenbei durch Umweltfreundlichkeit punkten. Gestern, Samstag, wurde das innovative Gefährt am Neusiedler See der Öffentlichkeit präsentiert.

"Kräutler". Gleichsam das Herz des Bootes ist ein eigens entwickelter Elektromotor mit 50 Kilo-Watt des Vorarlberger Unternehmens "Kräutler". Dieser beschleunigt das sechssitzige Boot auf beachtliche 45 km/h. Die Energie für den Antrieb liefern Lithium-Polymer-Akkus der Schweizer Firma "Erun". Ähnliche Akku-Technologien kommen auch in Handys zum Einsatz. Im Gegensatz zu gängigen Blei-Akkus liefert das System laut Hersteller die vier- bis fünffache Energiemenge, bringt dabei jedoch nur ein Viertel des Gewichts auf die Waage. Dadurch konnte die Julika mit 900 Kilogramm auch relativ leicht gehalten werden.

Von "Verdrängungsphase" in die "Gleitphase". Für Bootsbauer ist die Frage essenziell, wie ein Wasserfahrzeug aus der langsamen "Verdrängungsphase", in der der Rumpf mit vollem Gewicht durch das Wasser schneidet, in die "Gleitphase" auf der Wasseroberfläche kommt. Damit es zwischen diesen Phasen möglichst wenig Widerstand gibt, kommt der Rumpfform besondere Bedeutung zu. Die Zielsetzung für die Julika-Entwickler bestand also darin, den Rumpf so zu konstruieren, dass er sowohl in der Phase der Verdrängungsfahrt als auch in der Gleitphase mit möglichst wenig Energie auskommt. "Mit der Julika ist das so genannte übergangslose Angleiten möglich", erklärte Schmalzl gegenüber der APA. Mit seinem innovativen Rumpf verbraucht das Boot bei Geschwindigkeiten zwischen 25 und 35 km/h nur 60 Prozent der Energie vergleichbarer Bootstypen.

Hin und retour. Mit voll aufgeladenen Standard-Akkus könne bei einer durchschnittlichen Reisegeschwindigkeit von 30 km/h "etwa einmal der Wörthersee und retour" befahren werden (der Wörthersee misst in Längsrichtung rund 16 Kilometer; Anm.). Drei konkrete Aufträge hat Schmalzl derzeit in seinen Büchern, der Businessplan sieht eine Produktion von 50 Stück in den nächsten drei Jahren vor.


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