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Zuletzt aktualisiert: 17.11.2012 um 05:10 UhrKommentare

Villacher Mauerstreit: Jetzt ist Baustopp in Sicht

Anrainer kämpft weiter gegen Wohnblock mit 14 Meter hoher Mauer vor seinem Haus. Ein Grundstückstausch könnte dem Streit ein Ende setzen.

Auf dem Grund von Asim Kuric und seiner Tochter Amela (10) wird jetzt auch das Gartenhaus abgerissen

Foto © Daniel RaunigAuf dem Grund von Asim Kuric und seiner Tochter Amela (10) wird jetzt auch das Gartenhaus abgerissen

Die Fronten im Villacher Mauerstreit sind verhärtet. Wie berichtet, kämpft Asim Kuric seit Jahren gegen einen Wohnblock mit einer 14 Meter hohen Mauer, die ihm direkt vor sein Haus gebaut werden soll. Für die Bauarbeiten wird ein Teil seines Grundstücks genutzt, das Carport von Kuric wurde bereits abgerissen. Sein Anwalt Franz Unterasinger will das Projekt mit einer Bauverbotsklage stoppen. "Auf dem Grundstück wird auch gegraben, das ist laut Bescheid aber nicht zulässig", argumentiert Unterasinger. Die Entscheidung darüber fällt am 29. November. Zudem liegt eine Beschwerde gegen den Baubescheid beim Verwaltungsgerichtshof.

"Ich will mit meiner Familie nicht im Schatten leben", sagt Kuric, während seine Tochter Amela (10) weint, weil auch ihr Gartenhaus abgerissen wird. Nach den heftigen Diskussionen um die Vorgangsweise der Behörde, schlägt der parteifreie Gemeinderat Albert Gangl jetzt einen Kompromiss vor. "Das Wohnprojekt könnte auf einem Grund etwa 100 Meter weiter gebaut werden." Dieser sei im Eigentum der Stadt und könnte dem Projektbetreiber im Tausch überlassen werden, so Gangl. "Und auf dem freien Gelände neben Kuric kann die Stadt dann einen Kinderspielplatz errichten."

Der Bauwerber "Wohlfühl Wohnen" hätte bereits sein Interesse signalisiert. Auch Kuric zeigt sich von dem Vorschlag angetan: "Bei dieser Lösung wäre ich bereit, die Klagen zurückzuziehen." Gangl will einen Antrag im Gemeinderat einbringen und erwartet die Zustimmung von ÖVP, Grünen und FPK. "Wir wollen auch eine menschliche Lösung, von dem Antrag distanzieren wir uns jedoch", sagt FPK-Klubobmann Gernot Schick. Bürgermeister Helmut Manzenreiter ist skeptisch: "Das wäre missbräuchliche Verwendung von Steuergeld. Wenn wir das so machen, haben wir 30 bis 40 ähnliche Fälle pro Jahr." Generell sei der Konflikt eine "Sache zwischen Herrn Kuric und seinen Nachbarn".

WOLFGANG FERCHER

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