Bahnhofsviertel startet in neue Ära
Umgestaltung der Villacher Bahnhofstraße in eine moderne Shared-Space-Zone beginnt kommende Woche. Draupassagen-Einkaufsprojekt hängt jedoch weiterhin in der Luft.
Nach dem Kirchtag. Der Zeitpunkt hat für Villach magische Bedeutung. Draupassagen-Investor Christian Rosenthal hatte den Draustädtern wiederholt versprochen, nach dem Kirchtag werde mit der Errichtung des sehnlich erwarteten Einkaufszentrums im Bahnhofsviertel begonnen. "Außer einer riesigen Baugrube, einer Abbruchfassade und einem Baustellenzaun ist jedoch nach wie vor nichts zu sehen!", ärgern sich Anrainer und Passanten. "Die Villacher haben nicht mehr viel Hoffnung, dass aus den Draupassagen noch etwas werden könnte."
Die offizielle Absage des Investors, der recherchierenden Journalisten seit geraumer Zeit ausrichten lässt, "es geht jetzt nur mehr um die Unterschrift eines Ankermieters!", liegt jedoch auch nicht vor.
Während Wetten laufen, ob und wann die Draupassagen verwirklicht werden, wälzen andere Ideen, was man auf dem freien Grundstück in bester Lage sonst noch entwickeln könnte.
Umbau
Der Umbau der Bahnhofsstraße in eine Shared-Space-Zone (siehe Infokasten) beginnt jedoch - Draupassagen hin oder her - in der nächsten Woche. "Wir wollen die moderne, fußgeherfreundliche Straße schließlich vor dem Weihnachtsgeschäft in Betrieb nehmen können!" schickt Vizebürgermeister Günther Albel voraus. Am Montag gibt es einen letzten Koordinationstermin, Donnerstag rollen die Baumaschinen. Kritik der Wirtschaftstreibenden, sie wären in die schwierige Bauphase nicht eingebunden, will Albel zuvorkommen: "Wir sind um größtmögliche Transparenz bemüht. Alle Betroffenen, auch Wirtschaftskammer und Stadtmarketing, sind in die Details einbezogen worden und werden genau über den Bauablauf informiert."
Für die Autofahrer bedeutet die Umgestaltung, dass der Verkehr stadteinwärts als Einbahn geführt wird, stadtauswärts geht es über die Nikolaigasse. In der Mitte der Bahnhofsstraße entsteht übrigens ein drei Meter breiter Streifen, der als Querungshilfe und Haltemöglichkeit für Fahrzeuge dient. Auch Bäume werden gepflanzt. Albel: "Shared Space wird hier erstmals in Kärnten umgesetzt."
Features
FAKTEN
Shared Space. Die moderne Verkehrsgestaltung bedeutet "gemeinsam genutzter Raum". Auf Verkehrszeichen wird weitest verzichtet, alle Verkehrsteilnehmer sind gleichberechtigt.












