Der inszenierte Badespaß
Hannes Jagerhofer plant mit Regisseur, Opernsängerin und Ballett-Nixen die Eröffnung der Villacher Therme als Spektakel. Aber die Positionierung fehlt.

Foto © KLZ/WeichselbraunTherme Villach
Er hat für die Linzer Klangwolke gearbeitet, für Mercedes, den Hangar-7, Silhouette. Beda Percht ist im Event-Geschäft - lange, bevor es das Wort Event überhaupt gab. Nächste Woche hat der Salzburger Regisseur, Choreograf und Sportwissenschaftler einen großen Auftrag in Kärnten. Er wird die Eröffnung der 46 Millionen Euro teuren Kärnten-Therme am 11. und 12. Juli in Villach inszenieren.
Erwartet werden darf nichts weniger als ein "Spektakel für die Sinne". Sagt Hannes Jagerhofer, der von der Therme Generalbeauftragte in Sachen Eröffnung.
Percht (54) wird die Architektur von Titus Pernthaler - innen und außen - mit 3D-Projektionen des niederösterreichischen Familienbetriebes Rezac bespielen und so die Natur und die Berge zu ihr in Bezug setzen. Die junge Opernsängerin Isabell Farmini wird da sein, nebst Beatboxern. Teile seines Ballett-Ensembles "Cataracts" lässt Percht gerade in der Therme Golling trainieren: Sie geben die Nixen in einem eigens für Villach konzipierten Wasserballett.
200.000 Euro kostet das Spektakel, eine Summe, die im Vorfeld für Unmut gesorgt hat. Percht aber entgegnet: "Das Geld wird wieder Geld verdienen. Meine Bilder werden unzählige Klicks auf Youtube bewirken." Jagerhofer ergänzt: "Wir werden Aufmerksamkeit erzielen. Denn wer im Stillen aufsperrt, wird im Stillen untergehen."
Für Jagerhofer ist ihre kantige Architektur das Alleinstellungsmerkmal der Therme. Ansonsten hütet sich das Haus mit seinen 40 Millionen Liter Thermalwasser davor, sich in eine einzige Richtung zu positionieren. Das nicht vorhandene Schwergewicht wird sogar extra beworben: mit den Kürzeln Fun (Spaß), Fit (Sport) und Spa (Wellness) will man "Saunaphilosophen, Rutschentester, Wasserratten, Fitness-Freaks und Spa-Genießer" ansprechen, sagt Sprecherin Doris Pehr. Familien, Sportler, Aktiv- und Romantikgäste sind gewollt; Einheimische und Urlauber. Eine Allwetter-Therme also, die sogar mit einem Wetterturm aufwartet, in dem man Naturgewalten wie Tropenregen oder Windböen am eigenen Körper spüren kann.
Jedenfalls: Speziell für die weiblichen Gäste wird von 16. bis 20. Juli die Werbetrommel gerührt. Der Münchner Visagist Amin Nia (European Make Up Artists), der schon Andrea Sawatzki oder Bushido geschminkt hat, kommt nach Villach. Im Oktober folgt Berufskollege Horst Kirchberger.
Und: Es gibt eine eigene Pflege und Kosmetik-Marke namens Videa (benannt nach den römischen Viben-Priesterinnen).
Mit echtem Villacher Thermalwasser.















