Wehrhaft gegen 100 Dezibel
In Wald bei Zwischbergen will Unternehmer Beton- und Asphaltbrechanlage errichten. Anrainer fürchten extreme Lärmbelastung und wehren sich vehement.

Foto © ZoreEmpörte Anrainer: Friedrich und Ingrid Tragauer, Henrika und Harald Kelz, Heidi Unterlercher, Erich Handler, Katharina Unterlercher und Pfarrer Norman Tendis
Zwei mobile Anlagen zum Brechen von Asphalt und Beton, dazu Bagger und 70 Lkw pro Tag. Das erwarten die Anrainer von Zwischbergen und St. Ruprecht am nördlichen Stadtrand von Villach mit Schrecken. Transportunternehmer Ernst Petschar plant in einem Waldstück gegenüber dem ABC-Werk einen Lagerplatz mitsamt der Materialaufarbeitung.
"Wir sind hier durch den starken Verkehr auf der Ossiacher Straße B 94 massiven Lärmbelastungen ausgesetzt!" schildert Heidi Unterlercher auch im Namen ihrer Nachbarn. "Wir leben mit permanenten 65 Dezibel, die Autobahnabfahrt ist gleich in der Nähe." Der Lärm der Brecheranlage beträgt weit über 100 Dezibel, weiß Nachbar Christoph Schneidergruber. "Es ist seltsam, dass jemand einen derartigen Betrieb neben einem Wohn- und Naherholungsgebiet in Erwägung zieht!" Durch Staubentwicklung und Schwerverkehr befürchten die Anrainer Schlimmes. Unterlercher: "Hier befindet sich außerdem eine Bushaltestelle, Kinder sind unterwegs. Wir haben 100 Unterschriften dagegen gesammelt, es werden sicher noch mehr." Reinhard Eberhart, Ideenfabrikant und Anrainer: "Bergbau, Schwerverkehr und Wohngebiet vertragen sich nicht. Kaum vorstellbar, dass man dafür in Villach eine Genehmigung bekommt."
Petschar weiß um die Problematik, will aber ohne seinen Anwalt nichts sagen. Er ist verärgert, weil sich sein Bewilligungsverfahren "in die Länge zieht".
Umweltreferentin Wally Rettl (FPK) will prüfen, hat von der Bürgerinitiative gehört und "wird rechtzeitig informieren". Gewerbereferent Peter Weidinger (ÖVP) regt an, dass man den Knoten St. Ruprecht aufweiten soll und ein Lkw-Verbot im Pomonaweg einrichtet.












