Diebe fuhren heuer mit 300 Rädern ab
Heuer wurden in Kärnten schon 300 hochwertige Fahrräder im Gesamtwert von rund 400.000 Euro gestohlen. Tendenz: steigend. Die Kriminalpolizei rät zu erhöhter Wachsamkeit und zu Sicherheitsmaßnahmen.

Foto © KLZ/KoscherFür einen Bolzenschneider sind die wenigsten Fahrradschlösser ein wirkliches Hindernis
Trotz intensiver internationaler Fahndungsbemühungen fehlt von den mehr als ein Dutzend hochwertigen Rennrädern, die wie berichtet, aus einem Hotelkeller in Bad Kleinkirchheim gestohlen wurden, jede Spur. Auch der "Alltag" bei Fahrraddiebstählen nimmt immer größere Dimensionen an. Am Donnerstag verschwanden in Villach und Velden drei Mountainbikes im Gesamtwert von fast 10.000 Euro. Bei der Gruppe "Einbruch/Diebstahl" im Landeskriminalamt schrillen die Alarmglocken. "Allein heuer haben wir bereits rund 300 gestohlene Räder registriert", so ein Ermittler.
Nach einer Statistik des Verkehrsclubs Österreich (VCÖ) sind im Vorjahr in unserem Bundesland 1500 Räder gestohlen worden. Und die Aufklärungsrate liegt laut VCÖ bei nicht einmal fünf Prozent. "Der Trend bei den Diebstählen geht eindeutig zum teuren, hochqualitativen Rad", sagt ein Kriminalist.
Zusammenhänge zwischen den Diebstählen lassen sich für die Ermittler schwer bis gar nicht nachzeichnen. "Wir gehen davon aus, dass in Kleinkirchheim Vollprofis eine Auftragsarbeit erledigt haben", heißt es bei der Kriminalpolizei.
Was mit den Rädern aus sogenannten Tagesdiebstählen passiert, bleibt weitgehend unklar. "Wem fällt schon ein Kastenwagen in einer Wohnanlage auf", spielt ein Ermittler auf die Gleichgültigkeit des Zeitgeistes an. Nicht selten landen Räder samt den Schlössern auf den Ladeflächen von Lieferwagen.
Binnen weniger Augenblicke bekommen so die Drahtesel "Füße". Grundsätzlich, so Experten der Arbeiterkammer, des VCÖ und des kriminalpolizeilichen Beratungsdienstes, sollten teure Fahrräder fotografiert und die Rahmennummer im Notizbuch oder dem Computer des Besitzers eingetragen werden. Zudem seien eigene Codierungen ratsam.
"Im Fall des Diebstahls tun wir uns dann bei der Fahndung leichter", so ein Kriminalist. Wenn Foto und Rahmennummer vorhanden sind, werden diese von den Kriminalisten in eine internationale Fahndungsdatenbank eingespeist. Bei Polizeikontrollen gibt es dann auch immer wieder Treffer.












